Eduard Hermann Schoth - Ostfront und Kriegsgefangenschaft
Militärpaß des Musketier Eduard Hermann Schoth vom Jahr 1903 mit Einträgen zum zweijährigen Wehrdienst und Kriegsdienst 1. Weltkrieg, ab 3.8.1914 bis 11.12.1918. Urkunde zum Ehrenkreuz für Frontkämpfer zur Erinnerung an den Weltkrieg 1914 / 1918.
Einberufung, Verwundung und Gefangenschaft:
Die Einberufung meines Großvaters zum Kriegsdienst erfolgte am 3.8.1914. Er kam zum Landwehr - Regiment 5, 6. Kompanie. Das Regiment gehörte zur 70. Landwehrbrigade als Teil der Landwehrdivision Goltz und des XX. Armeekorps der 8. Armee. Die Einheiten waren an den Gefechten um die masurischen Seen beteiligt. Ab September 1914 bewegte sich das XX. Armeekorps in Richtung Festung Iwanograd, an der Narva, vor. Möglicherweise war an diesen Gefechten auch die Einheit meines Großvaters beteiligt. Er wurde am 6.10.1914 am Unterschenkel verwundet und gelangte in russische Gefangenschaft. Er kam dann nach Sibirien in ein Kriegsgefangenen - Lager.
Nach der Gefangenschaft erfolgte, am 19.9.1918, die II. Erfassung zum Infanterie - Regiment 141. Am 11.12.1918 wurde mein Großvater in seinen Heimatort, Neuendorf / Hinterpommern, entlassen.
CREATOR
Ulrich Großmann
DATE
1914-08-03 - 1918-12-11
LANGUAGE
deu
ITEMS
9
INSTITUTION
Europeana 1914-1918
PROGRESS
METADATA
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Soldat Hermann Franz Pralle zwischen 1916 und 1918 an der Ostfront
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Verschiedene Postkarten aus dem 1. Weltkrieg von Hermann Franz Pralle 1. Postkarte mit Soldaten als Motiv, 2. Postkarte mit Malermeister Peter Jessen in Uniform und dessen Familie als Motiv, 3. Postkarte mit Graf Zeppelin als Motiv; Sammelkarte d. Motorluftschiff Studienges, 4. Postkarte mit russischen Bauernhaus in Swataja - Wolja als Sitz der deutschen Feldpost als Motiv; von den Soldaten ist Hermann Franz Pralle der Dritte von rechts, 5. Postkarte mit Milchfrau in Tracht und einer Hundekarre mit Messingkannen als Motiv, 6. Postkarte mit Hütte und Unterstand der Kompanie Hermann Franz Pralles als Motiv || Der Soldat Hermann Franz Pralle wurde am 19. September 1882 in Kellinghusen geboren. Von seinen Aufenthalten in Belgien und Russland sind mehrere Postkarten überliefert. Einige davon schickte er an seine Eltern in Kiel: Meine lieben Eltern! Anbei sende ich Euch ein Bild von der Feldpost in Swataja - Wolja. Es ist ein russisches Bauernhaus, wo die ihren Sitz hat. Pulle (Name der Großmutter, Anm. des Beiträgers)) schicke ich erst eins zu ihrem Geburtstag. Sonst soweit gut, was ich auch von Euch liebe Eltern hoffe. Herzlichst grüßend, auf frohes Wiedersehen euer Hermann. Auf dem Foto ist Hermann Franz Pralle als Dritter von rechts zu sehen. Eine andere Postkarte schickte er aus Belgien: Liebe Eltern! Wie geht es Euch denn? Hoffe, dass Ihr wohlauf seid, was ich auch von mir sagen kann. Hoffentlich geht es Hansel auch gut. Nun sind unsere Lieblinge schon wieder in Kiel. Herta ist nun auch z. Schule gekommen wie Ihr das wohl gefällt. Nun die herzlichen Grüße und auf ein frohes Wiedersehen euer Hermann. Weitere Karten schickte er an seinen Bruder und dessen Familie sowie an seinen Großonkel: Lieber Bruder, liebe Schwägerin und Kinder! Sende euch Allen aus dem Felde die herzlichsten Sonntagsgrüße. Hoffentlich gehts Euch noch immer gut, so wie mir. Umseitig ein kleines Bildchen von unserem früheren Unterstande. Es grüßt Euch herzlichst Euer Hermann. Liebe Doris u. Jakob / Wünsche Euch fröhliche Ostern und gebe Gott das (sic) der Krieg bald ein Ende haben möge. Herzl. Grüße Eure Auguste und Kinder Schreibt mir bitte Neffe seine Adresse\n Auch eine Karte an seine Neffen ist dabei: Herr Graf! Erzähl! Ists schön zu schweben / dort oben wo die Wolken leben? / Frohe Ostern wünscht Euch beiden Onkel Hermann. Hermann Franz Pralle starb am 27. Juli 1946 in Witzwort, Eiderstedt.
Hermann Weilbier aus Bötzow an der Ostfront
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Hermann Weilbier (1896-1976) wurde in Bötzow im Osthavelland geboren, schloss nach der Schule eine kaufmännische Lehre ab und war anschließend als Kaufmann tätig. Weilbier war spätestens ab 1916 bei den Kanonieren, u.a. am Flakgeschütz, und beim Fernmeldedienst an der Ostfront, u.a. in der Region an der Düna (Lettland/Weißrussland) im Kriegseinsatz. Kurzzeitig war Weilbier bei der Kavallerie, da er aber von der Körpergröße her recht klein war, konnte er nur schlecht auf die Pferde aufsitzen. Weilbier fungierte zum Ende des Krieges als Soldatenrat und versuchte mittels dieser Funktion, die Interessen der Soldaten zu vertreten. Hermann Weilbier war Pazifist und deshalb auch gegen den Krieg. Sein Interesse galt der Fotografie, die Fotos sind vermutlich seine eigenen Aufnahmen. || Fotos meines Vaters Hermann Weilbier von 1916 bis 1918: (1) Mai 1916, Hermann Weilbier in Uniform (2) Auf Heimaturlaub in Bötzow 1916 (seine Eltern lebten auch in Bötzow, er besuchte sie während seines Urlaubs) (3) Nahaufnahme Hermann Weilbier 1916 (4) Mastfernrohr eingezogen mit Bedienung 1916 (5) Mastfernrohr ausgezogen 1916 (6) Mastfernrohr eingebaut 1916 (7) Empfangverteilung 1916 (8) Flak-Geschütz beim Feuern (5. Geschütz..? 12/3) 1916 (9) I. Geschütz 1916 (10) Teilansicht der Feuerstellung 1916 (11) 12,5 Langrohr-Geschütz auf Böckgestell (Stellung bei ...) 1916 (12) Flak (3. Geschütz) beim Feuern 1916 (13) Stellung 2er Batterie bei ... Unterstand Mastfernrohr ...keller im Bau (14) Stellung bei ... auf russ. Seite (15) Unterstand III. Geschütz (Flak) 1916 (16) Berb. Unterstand Russe (Pfeffer) 1916 (17) Unser Bombentrichter 1916 (18) Alter Offz. Unterstand 1915 (19) Neuer Offz. Unterstand 1916 (20) Hausruine in Dorf Bucker(?) 1916 (21) 1916 Kirche von ? (22) ... (Süd) 1916 (23) Papa (24) Schützengrab (25) Vor dem ...-Unterstand in Feuerstellung bis Luker/a. Düna Dezemb. 1917 (Weilbier links) (26) Weihnachten Dezemb. 1917 Luker a/ Düna (Weilbier 2. v. links) (27) Zentrale 11/3 Januar 1918 (Weilbier 2. v. links) (28) Kapelle Saranky Januar 1918 (29) Kleinbahnhof Kutnicki 3. Januar 1918; Fotografie Hermann Weilbier in einem Birkenrahmen An der Düna im August 1917.
Hermann Pauls Weg von der West- an die Ostfront | über Serbien bis nach Ägypten in englische Kriegsgefangenschaft
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Hermann Paul (6.1.1895-18.4.1970) stammte aus Haiger (Hessen). 1912 verließ er das Dillenburger Gymnasium mit der Berechtigung zum einjährigfreiwilligen Militärdienst. Nach einer kurzen Reise als Schiffsjunge auf einem Schiff nach Amerika, besuchte er die Handelsschule in Siegen, um danach in seinem kaufmännischen Beruf zu arbeiten. Bei Ausbruch des Krieges 1914 meldete er sich freiwillig. Da es wegen der hohen Zahl von Meldungen zu einem vorläufigen Einstellungsstopp von Kriegsfreiwilligen kam, musste er an den Kasernentoren in Gießen, Frankfurt, Mainz und Koblenz umkehren. Angenommen wurde er in Bitsch (Lothringen) von dem Rheinischen Jäger-Bataillon Nr. 8 und wurde dort auf dem Truppenübungsplatz zum Oberjäger (Unteroffizier) ausgebildet (zuerst diente er im Ersatz-Bataillon Jäger 8, ab 24.2.1916 in der 4. Kompanie und ab 3.3.1917 in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des Rheinischen Jäger-Bataillons). Paul nahm an mehreren Einsätzen an der Westfront (2.3.-10.8.1916 bei Bois du Chena, Allermont, Bézange-Moucel und Gondrescou; 21.12.1916-27.3.1917 an der Somme und bei Auberive) und der Ostfront (15.8.-27.10.1916 an der Zlota-Lipa, der Narajonka und der Ceniowka, Schlacht bei Brzezany). Im Oktober 1916 wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Nach den Kämpfen in Mazedonien (7.4.-6.11.1917 an der griechischen Grenze, zwischen Ohrida-See und Dudica und zwischen Oberlauf des Skumbi und Dudica) wurde er am 20.7.1917 zum etatmäßigen Vizefeldwebel unter Ernennung zum Offiziersaspiranten ernannt. Als im Januar 1918 der Befehl kam, dass die Jägerbataillone in Mazedonien eine Auswahl tropendiensttauglicher, junger Soldaten abzugeben hätten, traf ihn das Los und er wurde nach nach Vranje (Südserbien) abkommandiert, um dort in das Reserve-Jäger-Bataillon Nr 11 (4. Kompanie) eingegliedert und mit der Eisenbahn über Konstantinopel, Aleppo, Homs, Baalbek und Damaskus an die Palästinafront verlegt zu werden, die von englischen Truppen (mit Australiern und Indern) unter dem Kommando Allenbys und Arabern unter der Führung des Lawrence von Arabien bedroht war. Nach Gefechten in der Küstenebene (nördlich Haram Ali und bei Chirbet el Muntar) geriet er am 14. Juli 1918 bei einem deutschen Angriff in der Nähe des Jordans am Wadi Audscha (nördlich von Jericho) leicht verwundet in englische Kriegsgefangenschaft. Über Jerusalem, El Ramleh/Ramla, El Quantara und Heliopolis ging es in das Lager von Maadi südlich von Kairo, in dem sich auch Kameraden von Paul von Lettow-Vorbecks Afrika-Korps befanden. Seine Briefe nach Hause strotzen noch vor patriotischer Überzeugung. So schreibt er am 5. Oktober 1918 an seine Mutter: „Aber trotz alledem (er beschreibt die militärischen Siege der Engländer, Anm.) müsst ihr euch Zuhause immer vor Augen halten, dass der Weg zu ehrenhaftem Frieden nur über deutsche Siege führt!“ Ebenfalls an seine Mutter schreibt er am 5. Januar 1919: „Wieder ist ein Jahr vergangen. Aber was für ein Jahr!? Ein Jahr der Enttäuschungen und Entbehrungen, die unser liebes Vaterland wohl noch keines durchgemacht hat. … Eine alte Zeit, in der die rohe Gewalt Trumpf war, ist dahingegangen und ein neues Zeitalter, in dem Recht und Gerechtigkeit regieren wird, wird einbrechen.\n In einem Brief an seine Mutter und Geschwister vom 9. Februar 1919 hat sich sein Ton weiter verändert: „Revolution und Bürgerkrieg sind ausgebrochen. Es tut mir leid, dass es in Deutschland so weit gekommen ist. Wie gerne wäre ich jetzt zu Hause, um am Wiederaufbau Deutschlands mitzuarbeiten. … Denn wir werden jetzt ohne Zweifel das freieste Volk der Erde und erhalten die beste Verfassung. … In Zukunft kann der deutsche Geist die Welt erobern und wir können etwas schaffen für uns und die ganze übrige Welt. Denn an Allgemeinbildung und Moral steht unser Volk himmelhoch über allen Völkern.“ Am 25. Oktober 1919 wurde er ausgeliefert und mit dem Schiff nach Deutschland zurückgebracht. Ein Jahr nach dem Waffenstillstand (19.11.1918) ist er in Brunsbüttel angekommen, um dann im Lager von Lokstedt aus der Armee entlassen zu werden. Ein Militärtrasportzug brachte die Heimkehrer nach Berlin, wo sein Kompanieführer Leutnant d. R. Heinrich Völke (der Pauls Führung im Wehrpass mit sehr gut bezeichnete und in seinem Buch Geschichte des Reserve-Jäger-Bataillons Nr. 11 1914-1918, Berlin 1927, den Einsatz in Palästina beschreibt) von General und Marschall (der Türken) Liman von Sanders empfangen wurde, der noch nachträglich Auszeichnungen an die Kompanie verlieh, darunter die türkische Kriegsmedaille Eiserner Halbmond für Hermann Paul (im Wehrpass unter dem 30.10.18 eingetragen). „Wir kamen zurück, um unser geliebtes Vaterland durch Arbeit wieder hoch zu bringen. Aber was ich hier in der Heimat sah, war für mich als Frontsoldat deprimierend. Angewidert von all dem Schwindel, habe ich mich nicht mehr in meinem Beruf, sondern als Waldarbeiter und Holzhauermeister und als Hüttenarbeiter und Betriebsschreiber gearbeitet“, schreibt Paul in seinem handschriftlich verfassten Lebenslauf vom 4. November 1933. Hermann Paul war Zeit seines Lebens sehr am Weltgeschehen und seiner Umwelt interessiert. Wenige Monate nach dem Zweiten Weltkrieg trat er im September 1945 in die SPD ein und engagierte sich seitdem kommunalpolitisch. Seit 1956 war er Stadtverodnetenvorsteher von Haiger und seit 1946 fast ständig Mitglied der Körperschaften des Kreises Dillenburg. 1956 wurde er als Beigeordneter in den Kreisausschuss berufen und bei der Kreistagswahl 1960 auf der SPD-Liste erneut in den Kreistag gewählt. Im Alter von 66 Jahren hatte er sein Mandat niedergelegt. Drei Jahre später heiratete er Luise Rudersdorf aus Haiger. || Die Dokumentensammlung beinhaltet Briefe des 23-jährigen Hermann Paul aus seiner militärischen Anfangszeit, der englischen Gefangenschaft in Ägypten, seinen dortigen Pass sowie seinen Lebenslauf von 1933.


