Die Brüder August und Bernhard Erben ziehen in den Krieg
Es handelt sich bei der Familie Erben um angeheiratete Verwandte von mir. Feldpost (Januar 1915 bis September 1915, u.a. beinhaltet ein Brief die Skizze des Ortes vom Grab von Bernhard in Nordrussland), 3 Briefe an Clara Erben vom Landsturmmann Fritz Hoffmann (Januar 1917), Todesanzeigen (Bernhard Erben, Klara Erben), verschiedene Dokumente (u.a. eine Karte zur Anzeige eines verlorenen Gepäckstückes) aus dem Nachlass der Familie Erben.
Die Brüder August, genannt Gustel, und Bernhard Erben nahmen beide am Ersten Weltkrieg teil.
Anfangs zog Bernhard, der von Beruf Lehramtsreferendar war, mit Begeisterung in den Krieg; 1914/15 war er an der Westfront stationiert. Nach den ersten schlimmen Erfahrungen während der ersten Schlachten hieß es, dass der Kronprinz an die Front zu Besuch kommen sollte. Die Soldaten mussten ihre Sachen putzen, der Kronprinz kam und schüttelte allen die Hand. Anschließend bekamen alle Soldaten einen Orden verliehen.
Im Anschluss wurden sie an die Ostfront verlegt. Bernhard zeichnete dort Ansichten des Frontalltags. Am 11. Mai 1915 ist er im Kampf bei Podniki (?) durch ein Artilleriegeschoss schwer verwundet worden und starb am 13. Mai an den Folgen der Verletzung in einem Lazarett in Tivelki, Nordrussland. Bernhard war zuletzt Leutnant der Reserve beim Reserve-Regiment 258, 5. Kompanie. Nachdem er gestorben war, kamen die an ihn gesendeten Briefe als unzustellbar zurück.
August war Landsturmrekrut und Sattler. Er wurde bei Gefechten vor Ville sur Tourbe verschüttet und im November 1916 offiziell für tot erklärt.
Die Mutter Clara Erben musste, nachdem Gustel verschüttet und für tot erklärte wurde, von Amt zu Amt rennen, um alle notwendigen Dokumente zu besorgen. Die Möbelfabrik der Familie in Mainz musste aufgrund des Todes der beiden Söhne geschlossen werden.
CONTRIBUTOR
Elke von Nieding
DATE
1915-01-21 - 1917-01-19
LANGUAGE
deu
ITEMS
233
INSTITUTION
Europeana 1914-1918
PROGRESS
METADATA
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