Landwehrmann Karl Seeliger aus Berlin

Fotos, Postkarten und ein Brief. Auf den Fotos sieht man Karl Seeliger, z. B. vor einem Baum stehend und wie er russische Kriegsgefangene bewacht. Der Brief ist vom Geheimen Regierungsrat Prof. Dr. von Luschan vom 5. Juni 1915 an Karl Seeliger gerichtet, in dem Luschan ihn fragt, ob er Seeliger irgendetwas ins Feld schicken könne. Luschan war Anthropologe. Die Beziehung der beiden zueinander ist unklar. Möglicherweise hat Seeliger mal für Luschan etwas als Tischlermeister hergestellt. Karl Seeliger ist der Urgroßvater mütterlicherseits von Eva Rothkirch.
Mein Urgroßvater Karl Seeliger, geboren am 07. Februar 1881 in Berlin, verstorben am 07.03.1967 in Berlin, war Tischlermeister. Bedingt durch die Inflation gab er ca. 1923 seine Werkstatt auf und betrieb für einige Jahre eine Kneipe in Berlin-Friedrichshain. Karl Seeliger diente während des Krieges als Landwehrmann, der russische Kriegsgefangene bewachen sollte. Weitere Informationen zu seinen Einsätzen sind nicht bekannt. Er war vermutlich an keinem aktiven Kriegsgeschehen beteiligt. Seine Frau Helene Seeliger (*25.10.1887, in Berlin, verstorben 11.01.1965, in Berlin) war im Krieg in Berlin Postbotin (auf der Fotopostkarte links). Seeliger hatte zwei Kinder, die auf einer Fotopostkarte im Berliner Volkspark Friedrichshain zu sehen sind. Seeliger hat später als Rentner noch in der Museumsaufsicht gearbeitet. Luise Johannes, geb. Seeliger (meine Großmutter, *01.01.1907, in Berlin, verstorben 2004, in Berlin) wurde im Zuge der Kinderlandverschickung in Lippe (Westfalen) aufs Land gebracht. Ihr Mann Karl Johannes wurde 1900 als Sohn eines Beamten des Roten Rathauses geboren. Karls Vater schickte ihn auf ein Gymnasium am Alexanderplatz. Er sollte 1916 Lehrer in Preußisch-Friedland werden und besuchte dort ein Lehrerseminar. Die gesamte Klasse von Johannes wurde 1918 eingezogen und nach Belgien geschickt. Er war dort in einer Einheit mit Pferden und wahrscheinlich aufgrund dieser Erfahrung zeitlebens Pferdebegeistert. Er kehrte körperlich unversehrt aus dem Krieg zurück.

Show More
 
 
 
 

CREATOR

Eva Rothkirch

DATE

1914 - 1918

LANGUAGE

deu

ITEMS

22

INSTITUTION

Europeana 1914-1918

PROGRESS

START DATE
TRANSCRIBERS
CHARACTERS
LOCATIONS
ENRICHMENTS

Generating story statistics and calculating story completion status!

METADATA

Source

UGC

Contributor

europeana19141918:agent/e4ab80a2769acd11a3d8ea8580339daf

Date

1914
1918

Type

Story

Language

deu
Deutsch

Country

Europe

DataProvider

Europeana 1914-1918

Provider

Europeana 1914-1918

Year

1918
1914

DatasetName

2020601_Ag_ErsterWeltkrieg_EU

Begin

1914

End

1918

Language

mul

Agent

Karl Seeliger | europeana19141918:agent/6a9f64db586ed3ce03e0da9a1b359ed7
Karl Johannes | europeana19141918:agent/e2fcfb1541d4e8f03b25189f046f2050
Eva Rothkirch | europeana19141918:agent/e4ab80a2769acd11a3d8ea8580339daf

Created

2019-09-11T08:21:45.015Z
2020-02-25T08:23:41.929Z
2014-01-30 11:33:38 UTC
2014-03-07 10:29:56 UTC
2014-03-07 10:30:12 UTC
2014-03-07 10:30:20 UTC
2014-03-07 10:30:25 UTC
2014-03-07 10:30:32 UTC
2014-03-07 10:30:37 UTC
2014-03-07 10:30:47 UTC
2014-03-07 10:30:53 UTC
2014-03-07 10:30:59 UTC
2014-03-07 10:31:05 UTC
2014-03-07 10:31:11 UTC
2014-03-07 10:31:17 UTC
2014-03-07 10:31:22 UTC
2014-03-07 10:31:30 UTC
2014-03-07 10:31:38 UTC
2014-03-07 10:31:46 UTC
2014-03-07 10:31:51 UTC
2014-03-07 10:31:59 UTC
2014-03-07 10:32:05 UTC
2014-03-07 10:32:12 UTC
2014-03-07 10:32:17 UTC
2014-03-07 10:33:07 UTC

Provenance

BE30

Record ID

/2020601/https___1914_1918_europeana_eu_contributions_12578

Discover Similar Stories

 
 
 
 

Karl Thormann aus Berlin an der West- und Balkanfront

41 Items

Album mit Feldpostkarten und Postkarten aus dem Besitz meines Großvaters Karl Thormann. || Mein Großvater mütterlicherseits Karl Thormann wurde am 22. Dezember 1885 in Berlin geboren, wohnte in Neubrandenburg und nahm am Ersten Weltkrieg teil. Von Beruf war er Handelskaufmann und absolvierte um 1906 seine militärische Ausbildung. Er wurde gleich zu Beginn des Krieges eingezogen und war zunächst in Belgien und später in Frankreich stationiert. Thormann war für die Versorgung der Truppen zuständig und als Kinder fragten wir ihn immer, wie dies von statten ging. Im Jahr 1915 wurde er an die Balkanfront versetzt. Er war Gefreiter bei der 4. Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments 207, 22. Reserve-Armee-Korps, 44. Reserve-Division. Mein Großvater erzählte, dass sein Regiment auf einem Bauernhof in Frankreich Station machte und plötzlich waren am nächsten Tag alle Hühner verschwunden. Der Bauer beschwerte sich beim Kommandeur und dieser ließ das Regiment antreten und fragte, wo die Hühner abgeblieben seien. Niemand antwortete und der Kommandeur ließ die Tornister durchsuchen. Die Hühner wurden jedoch nicht gefunden. Tags darauf marschierte das Regiment weiter und mittags wurde gegessen; es gab Hühnersuppe. Der Kommandeur war verblüfft und fragte, wo die Hühner für die Suppe hergenommen wurden bzw. wo diese versteckt waren? Es stellte sich heraus, dass die Hühner in der Trommel der Trommler versteckt waren, denn diese konnten aufgeschraubt werden. So gab es also Hühnersuppe zu essen. Thormann war mit Anna, geborene Damaschke, verheiratet und hatte zwei Kinder, Kurt und Lucie (meine Mutter). Im Zweiten Weltkrieg musste sein Sohn Kurt an die Ostfront und nahm bei Kämpfen um Stalingrad teil. Dort fiel er. Karl Thormann verstarb am 12. Mai 1966 in Greifswald.

Go to:
 
 
 
 

Mauerstück aus Berlin-Lichtenrade

6 Items

Wir wohnen in Berlin-Lichtenrade unweit der Mauer, die auch durch ein Waldstück, die sogenannte Nachtbucht verlief. Nach dem 9. November 1989 haben meine Tochter und ich dort dieses Stück Mauer heraus gehauen. Es war sehr ruhig in dem Wald, die Klopfgeräusche klangen umso lauter, und wir hatten keine Vorstellung, ob sich auf der anderen Seite der Mauer noch Grenzschützer oder Polizisten befanden. Objekte: - Mauerstück - Fotografien von den "Mauerspechten"

Go to:
 
 
 
 

Landwehrmann Theodor Friedrich Iltzsche

1 Item

Theodor Friedrich Iltzsche war Vater von 3 Kindern und alleiniger Ernährer seiner Familie, trotzdem musste er in den Krieg ziehen. Er fiel am 25.08.1914 in der nähe des kleinen Dorfes Boinville-en-Woevre bei Etain in der Woevre-Ebene vor Verdun. Der Tod Theodor Friedrich Iltzsches stürzte seine Witwe und seine Kinder in bitterer Armut. Dies sollte eine Mahnung an die zukünftigen Generationen sein, sich niemals wieder im Rahmen eines Bündnisses an einer militärischen Auseinandersetzung zu beteiligen. || Photographie von dem Landwehrmann Theodor Friedrich Iltzsche, 4. Kompanie des Landwehr-Infanterie-Regiments 102 im Verband der 2. Landwehr-Division

Go to: