Erinnerungen von Hermann Hülsmann über seinen Einsatz an der Westfront und sein Leben in französischer Kriegsgefangenschaft
Hermann Hülsmann arbeitete in jungen Jahren zunächst im elterlichen Betrieb in Freren mit und absolvierte später eine Lehre im Bäcker- und Konditorhandwerk. Nach dem Ende seiner Ausbildung in Oelde (Ostwestfalen) wurde er am 13. März 1916 zum Militär herangezogen und diente in Nordfrankreich und Belgien an der Westfront.
Am 21. Juli 1918 geriet er in französische Kriegsgefangenschaft und kehrte am 5. März 1920 aus dieser als letzter Kriegsgefangener seiner Gemeinde (Freren) wieder nach Hause zurück. Über diese Zeit verfasste er nach dem Krieg ein Tagebuch, das auf Tagesnotizen aufbaute, die er während des Krieges niedergeschrieben hatte.
Darin schildert er zunächst von seinen letzten Lehrjahren und wie diese von der Kriegseuphorie der ersten Angriffstage geprägt waren. Als er 1916 eingezogen wurde, teilte man ihn zunächst dem II. Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 30, 4. Rheinisches Infanterie-Regiment Graf Werder in Saarlouis zu. Dort erlebte er die ersten Schrecken des Krieges, als das Munitionslager seiner Kaserne explodierte und dabei mehrere 100 Menschen ihr Leben verloren.
Im April 1917 wurde er zu seinen ersten Kampfeinsätzen an die Westfront versetzt. Mit dem I. Bataillon des Infanterie-Regiments 459, 236. Infanterie Division, kämpfte er an verschiedenen französischen Frontstellungen bis er im September 1917 nach Flandern verladen wurde. Neben seinen Erlebnissen des Stellung- und Giftgaskrieges finden sich in seinem Tagebuch auch Schilderungen über alltägliche Schwierigkeiten der Soldaten an der Front, wie fehlende Munition oder die Schwierigkeit der Trinkwasserversorgung in den Gräben.
Besonders das Tauwetter Anfang 1918 machte Hermann Hülsmann und seinen Kameraden zu schaffen, da es zu überschwemmten Gräben führte und den Aufenthalt dort für die Soldaten zusätzlich erschwerte. Im Frühling 1918 wurde er verletzt und kam in ein Lazarett. Als er daraufhin im Mai Heimaturlaub nahm, traf er seinen Bruder Carl Hülsmann wieder, der selber schwer verwundet wurde.
Am 11. Juni 1918 kehrte Hermann Hülsmann an die französische Front zurück. Kurz darauf wurde er von französischen Soldaten als Kriegsgefangener festgenommen und zunächst in ein Lager in der Nähe von Meaux gebracht. Neben der schweren Arbeit im Lager und dem kargen Essen finden sich aus dieser Zeit auch einige positive Schilderungen in seinem Tagebuch. Dazu gehört die Begegnung mit einem französischen Leutnant, der den deutschen Gefangenen sehr viel Interesse und Respekt entgegen brachte. Als er im März 1920 wieder nach Hause zurückkehrte, hatte er genau 20 Monate in Kriegsgefangenschaft verbracht.
Abschrift als PDF-Dokument des Tagebuchs von Hermann Hülsmann im Umfang von 94 Seiten und ein von seinem Sohn Rolf Hülsmann zum 70. Geburtstag von Karl Hermann Hülsmann - dem Bruder von Rolf - angefertigtes Vorwort sowie angefügtes Kartenmaterial zum Kriegseinsatz des Vaters in Nordfrankreich und Belgien.
CREATOR
Rolf Hülsmann
DATE
1914-08 - 1920-03-05
LANGUAGE
deu
ITEMS
0
INSTITUTION
Europeana 1914-1918
PROGRESS
METADATA
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