Propaganda- und Feldpostkarten
Verschiedene Propagandapostkarten, u.a. mit dem Porträt Kaiser Wilhelms II. mit Unterschrift und seinem vielzitierten Satz: Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche (Koblenz, 26.08.1914). Mit diesem Satz verkündet Kaiser Wilhelm II. 1914 dem deutschen Reichstag den Burgfrieden und damit sein Einverständnis zum Krieg. Die Karte geht an Frl. Erna Kaminsky in Düsseldorf, es schreibt ihr eine Lina. Andere Karten sind an die Familie Heimert (Heymert) gerichtet. Andere Frontmotive zeigen Soldaten in Uniform, den Vaterländischen Frauenverein Moers und das Vereinslazarett Moers. Eine Karte ist aus Frankreich gesendet worden. Laufzeit der Karten: 1914-1917.
Feldpost- und Propagandapostkarten aus dem Besitz von Gerhard Kraemer. Die Adressaten der Karten sind Mitglieder der Familien Kaminsky und Heimert (auch Heymert geschrieben).
CREATOR
Gerhard Kraemer
DATE
1914 - 1917
LANGUAGE
deu
ITEMS
15
INSTITUTION
Europeana 1914-1918
PROGRESS
METADATA
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Propaganda- und Ansichtspostkarten
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Sammlung von Propagandapostkarten, Ansichtspostkarten, Fotopostkarten, Feldpostkarten. || Am 27. August 1914 schreibt ein unbekannter Soldat aus Couillet: In treuer Liebe dein Fritz. Hoffentlich ist Trudchen nun wieder ganz gesund. Mach du dir, liebe Mutter, nur keine Sorgen um mich. Es geht mir ganz gut. Eine weitere Karte mit der Ansicht der Arcade Monumentale du Cinquantenaire in Brüssel schreibt ein Soldat der 7. Kompanie, 2. Bataillon, des Reserve-Ersatz-Regiments 4.
Propaganda- und Porträtpostkarten
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Propagandapostkarten unbekannter Herkunft, Erbstücke. Eine Postkarte eines Ernst vom 31. Dezember 1914 (Poststempel) an Werner Bersch, in Berlin-Lichterfelde, mit Grüßen zum Neuen Jahr. || Größtenteils unbeschriftete Feldpostkarten mit unterschiedlichen Motiven: Der ungebetene Gast (Propaganda gegen Franzosen), Wie die Russen in Ostpreußen hausten! (Propaganda gegen Russen), zahlreiche Postkarten mit gestellten Kriegsszenen als Motiv, Porträts von hohen Militärs und Politikern, z.B. Paul v. Hindenburg, Generalleutnant Ludendorff, Kronprinz Rupprecht von Bayern, Reichskanzler Bethmann-Hollweg, Generaloberst v. Bülow, General Alexander von Kluck, Großadmiral v. Tirpitz, Zar Ferdinand von Bulgarien, Sultan bzw. Großsultan des Osmanischen Reiches Mehmet V.
Feldpostkarten an Lina Baudy - Teil Propaganda
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Die Feldpostkarten zeigen ein Bild des Krieges, wie es von der deutschen Propaganda gemalt wurde. Aber auch die Absender und Empfänger haben zwangsläufig an dieser Propaganda teilgenommen, indem sie diese Feldpostkarten verwendet haben. Beim Betrachter lösen die Bilder unterschiedliche Empfindungen aus: humorig, beruhigend, illusorisch, ironisch, entlarvend und gefährlich. Das Grundmuster ist die Verharmlosung eines furchtbaren Krieges mit Millionen Toten und Verletzten. Bild 1 - Wir schlafen wie bei Muttern! Zwei deutsche Soldaten schlafen selig in einem fremden Kinderzimmer. Auch über den Titel wird suggeriert, dass sie wohl behütet sind und friedlich schlafen können. Eine Situation, die für die meisten Soldaten völlig konträr zur Realität mit Schützengräben, Drahtverhauen, Töten und Getötet werden steht. Es gibt kleine Hinweise darauf, dass nicht alles stimmt, wie der abgebrochene Bettpfosten eines zu kleinen Bettes oder die Maus im Stiefel. Wo sind die Besitzer des Hauses? Wo ist das Kind, dessen Bett gezeigt wird? Was haben die Soldaten getan? Bild 2 - Wir Barbaren Zwei deutsche Soldaten beim Öffnen der Heimatpost vor einem idyllischen Häuschen: Der schon etwas ältere Soldat nimmt einen Kuchen aus dem Paket und reicht ihn einer Frau, offensichtlich die Hausbesitzerin. Hier wird die unter Zwang erfolgte Einquartierung deutscher Soldaten in besetzten französischen Dörfern verharmlost. Es soll vermittelt werden, dass die Besetzer die Bevölkerung unterstützen, indem sie ihr Essen teilen, während sie in Wirklichkeit genau das Gegenteil taten, nämlich der Bevölkerung ihre Lebensmitteln und vieles mehr wegnahmen. Bild 3 - „Gasangriff“ Die humorige Version des Gasangriffs: Deutsche Soldaten flüchten aus einem Unterstand, der vom Zigarrenrauch verqualmt ist. Ein purer Zynismus, eingedenk der vielen Toten und Verletzten durch den Einsatz von Gas im 1. Weltkrieg. Auch die britische Propaganda greift diese Persiflage auf, bei der der vermeintliche Gasangriff von Darmblähungen herrührt (siehe Postkarte Europeana). Bild 4 - Aus dem Feldpostbrief No. 1 Ein deutscher Soldat schaut Pfeife rauchend aus dem Fenster eines ausgebombten Hauses. Die Bildunterschrift ist ironisch formuliert (… mit Aussicht auf den Wald). Auch hier ist die Grundidee der Verharmlosung zu erkennen. Zumindest die Zerstörungen an Haus und Natur sind realistisch dargestellt. Bild 5 - Zwei Dicke Zwei beleibte Uniformierte witzeln über die Seeblockade, mit der England die Handelswege nach Deutschland blockierte. Die traurige Bilanz der Mangelernährung waren 700.000 Hungertote in Deutschland. Bild 6 - Boppard am Rhein „Sie sollen ihn nicht haben den freien deutschen Rhein, ob sie wie gier’ge Raben sich heiser danach schrein.“ || Lina Baudy (1888-1974) aus Eußerthal bei Landau (Pfalz) hat während des 1. Weltkriegs viele Feldpostkarten erhalten. Absender waren ihre Brüder, Cousins und Freunde der jungen, zu jener Zeit unverheirateten Frau.


