Kriegsgefangenenlager in Norddeutschland / 9) Richard Bochalli und seine Familie
Unser Urgroßvater Richard Bochalli wurde am 2.4.1848 in Neiße/Schlesien geboren und starb am 7.7.1922 in Lostau/Elbe. Er war verheiratet mit Anna Klose aus Berlin mit der er zwei Söhne und zwei Töchter hatte. Das 3. Kind, Margarete, war unsere Großmutter (verh. Laskus), die als eine der ersten Frauen 1920 mit der DVP in den Rat der Stadt Berlin-Schöneberg gewählt wurde und dort an der Seite von Theodor Heuß bis 1932 Abgeordnete war. Im Rathaus Schöneberg gibt es in der Weinstube schöne Fresken des Chefkarikaturisten des Kladderadatsch, auf denen beide nebeneinander abgebildet sind. Richard Bochalli war katholisch und geheimer Rechnungsrat in Potsdam. Er galt nach Aussagen unserer Mutter (*1909) als sehr gütig. Sein 2. Sohn, Richard, war Arzt. Richard Bochalli wurde 1915 mit 67 Jahren reaktiviert, um 3 Gefangenenlager in Norddeutschland einzurichten und zu leiten. Hier: Richard Bochalli 1906 in Paradeuniform mit 58 Jahren / Geheimrat Richard Bochalli 1911 in Zivil mit 63, wahrscheinlich kurz vor seinem Ruhestand. / Richard Bochalli in Uniform 1915 mit 67 nach seiner Reaktivierung. / Bochalli und andere Offiziere – 1915 bei der Inspektion eines Kriegsgefangenenlagers. Mit anderen Offizieren Juni 1918. / Ein Porträtgemälde von Richard Bochallis Tochter, Margarete, verh. Laskus, die 1920 in den Gemeinderat der Stadt Schöneberg (Berlin) gewählt wurde. / 1929 malte der Künstler A.E. Johann an die Wände des Ratskellers Gemälde mit Porträts der Ratsmitglieder und einer Allegorie ihrer politischen Arbeit: Hart für das Wohl der Gemeinde befehden sich oben die Geister – Unten versöhnt sie des Weines friedengebietender Geist. Später entstand eine Fotografie, in der junge Menschen vor den Wandgemälden posieren. / Ein Zeitungsartikel von 1989, Tagesspiegel über das 70jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts
CREATOR
Dr. Ulrich Siegers und Rudolf Siegers
DATE
1906 - 1929
LANGUAGE
deu
ITEMS
16
INSTITUTION
Europeana 1914-1918