Musketier Max Flex an der Westfront und in englischer Kriegsgefangenschaft
Mein Großvater Max Oskar Flex wurde am 9. September 1892 in Hennersdorf (Landkreis Görlitz, Niederschlesien) geboren und war von Beruf Wirtschaftsgehilfe. Zum Zeitpunkt seines Diensteintritts am 10. Oktober 1914 war er unverheiratet und hatte noch keine Kinder.
Er kam zunächst als Ersatzrekrut in das 2. Rekruten-Depot und wurde dem Ersatz-Bataillon des 3. Niederschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 5 zugeteilt. Vom 15. Dezember 1914 bis 29. März 1915 nahm er zum ersten Mal an Gefechten teil - Stellungskämpfe vor Verdun -, die er ohne körperliche Schäden überstand. Am 8. März 1916 wurde er beim Dorf Vaux, nahe Verdun, verwundet, als es um die Belagerung von Verdun und den Sturm auf Fort Vaux ging.
Nachdem er sich wieder erholt hatte, wurde Flex zurück an die Front geschickt und nahm unter anderem bei der Sommeschlacht von September bis Oktober 1916 teil. Es folgten zahlreiche weitere Gefechte in den Vogesen, an der Somme, vor der Siegfriedfront und bei Arras. Am 1. Oktober 1917 wurde er zum 33. Warthelager-Lehrgang versetzt, ehe es für Flex wieder zurück vor die Front ging. Kurz vor Kriegsende wurde er noch einmal verwundet (Halsschuss) und geriet in englische Kriegsgefangenschaft, die vom 4. November 1918 bis 10. Oktober 1919 dauerte.
Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft kam er wieder nach Hennersdorf zurück. Er pflegte seitdem eine pazifistische Einstellung, und las zum Beispiel Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque. Mit Machtantritt der Nazis bezeichnete er Hitler als Kriegstreiber, wurde Anfang 1934 kurzfristig in sogenannte Schutzhaft genommen und verlor nach der Entlassung seine Arbeit bei der Stadt Görlitz.
Mein Großvater starb am 8. September 1982 - kurz vor seinem 90. Geburtstag - in Görlitz.
(1) Atelierfoto meines Großvaters Max Oskar Flex in Uniform
(2) Militärpassvon Max Oskar Flex.
CREATOR
Max Oskar Flex
DATE
1914-10-10 - 1919-10-10
LANGUAGE
deu
ITEMS
26
INSTITUTION
Europeana 1914-1918
PROGRESS
METADATA
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