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Radtke | Paul Tagebücher 5

Item 47

Transcription: – 90 – sein. Der Gouverneur von Helgoland soll standrechtl. erschossen sein. Er hielts mit d. Engländern. Zum Westen hin rollen Tag u. Nacht Truppen u. Materialzüge. Die Brücke b. Haus Knipp wird nicht mehr leer. 150 Züge sollen in einer Nacht d. Bahnhof Düren pas- siert haben. Wie das mögl. Ist, ist mir aller- dings schleierhaft. Aber L. behauptete das mit großer Bestimmtheit.    Dienstag, 15. Februar. Nachdem es gestern abend heftig gestürmt und geregnet hatte, herrscht heute morgen das lustig- ste Schneegestöber. Das Wetter ist doch gar zu lau- nisch in diesem Winter. Sophie wurde gestern freudig überrascht. Die Str. Molkerei hatte 4 Pfund Süßrahmbutter gesandt (2,50 M). Guste hatte sie besorgt. Unsere Butter war gerade bis zum letzten Rest verzehrt, und zum Nachmittagskaffee gabs Margarine. Sie schmeckte ganz gut. Wer hätte das geglaubt, daß wir noch einmal froh sein würden, Margarine zu besitzen, Für d. Oster- ferien hat Sophie mir schon zur Pflicht gemacht, nach Straelen zu reisen u. dort allerlei Le- bensmittel zu besorgen. Von hier fahren die Leute mit Kannen u. Krügen nach Straelen                      – 91 – und holen von dort je 5 l Rüböl. Die Ölmühle von    hier fehlt das Wort  verkauft das l zu 2,50 M, während es hier 4,80 M kostet. Kaum glaublich, daß d. Leute eine Reise von rund    hier fehlt die Zahl km  ma- chen müssen, um sich das nötige Öl zum Braten ihrer Kartoffeln zu besorgen.                Mittwoch, 16. Februar. „Wer ist berechtigt, Lebensmittel aus den städt. Vorräten zu beziehen?“  wurde ich gestern vom Kollegen B. befragt. Ich wußte keine ge- naue Antwort zu geben. Alle Bürger oder nur d. Kriegswitwen? Da erzählte er mir, Frau Dr. N. habe gestern eine ganze Seite Speck und 10 Pfund Schmalz vom Schlachthof erhalten. Arme Leute laufen sich d. Beine ab nach einem Pfünd- chen Schmalz. 30.000 M. habe Sekr. Sch. erklärt, hat d. Stadt an Forderungen ausstehen bei Herr- schaften, d. ihre Vorräte von ihr bezogen haben. Kaum anzunehmen u. schwer glaublich. Aber geklingelt wird sehr viel. – Sophie war gestern abend mit Käthe u. ihrer Schwester  aus Rees im Theater. Es ist an allen Spiel- abend total ausverkauft. Joseph u. sein Schwager R., der auf Urlaub aus der russ. Front hier ist, und ich, wir erwarteten un-

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Radtke | Paul Tagebücher 5

Item 46

Transcription: – 88 –       Donnerstag, 10. Februar. In Marxloh haben d. Frauen gestern abend d. Metzgerläden gestürmt. D.Polizei mußte Ordnung schaffen. Die Stadt hatte d. Metzgern 128 fette Schweine zur Verfügung gestellt. Gestern wurde wieder nach länge- rer Zeit „inländisches Fleisch“ verkauft, das Pfund zu 1,47 M. Bisher gab‘s nur „auslän- disches“ Fleisch zu 2,50 M, wenns auch v. Holten od. Möllen stammte. D. Metzger betrachteten jede Außengemeinde als „Ausland“ u.stan- den sich gut dabei. Natürlich war d. Andrang d. Käuferinnen sehr groß. Aber d. geschäftskluge Metzger hielt d. Löwenanteil d. Fleisches zurück, um ihn als teure Wurst verkaufen zu können. D.Publikum wurde nur ein ge- ringer Teil zur Verfügung gestellt. Daher d. Erbitterung d. Frauen. D.Stadt besorgt den Metzgern billige Schweine, u. diese verteu- ern d. Fleisch in so gewinnsüchtiger Absicht. Mit den übrigen Lebensmitteln gehts auch nicht anders. – Seit gestern ists wieder Winter geworden. Über Nacht hats etwas gefroren. Heute Morgen fällt nasser Schnee. Und in dem kalten u. unfreundlichen Wetter stehen die                       – 89 – Frauen an d. städtisch. Verkaufsstand u. war- ten stundenlang, daß ihnen ihre 10 Pfund Kartoffeln zugemessen werden. Übermorgen stehen sie wieder da. Die Geduld dieser Armen ist be- wundernswert. Warum richtet denn d. Stadt nicht in einem d. vielen leeren Ladenlokale eine öffentl. Verkaufsstelle ein? In d. Nachbarstädten hat mans so gemacht. Bei uns hält man das für überflüssig.                 Sonntag, 13. Februar. Der K. K. V. Fides hatte seine Mitglieder auf 11 ½ Uhr zur Nagelung d. Stadtwappens mit nachfolgendem Künstlerkonzert ein- geladen. Da ich den ausgedehnten Früh- schoppen scheute, und zudem das Wetter scheußlich war, so zog ich vor zu Hause zu bleiben. Nachmittags unterrichtete ich Sophie u. meine Kolleginnen von drüben im Skatspiele. D.Verständnis für d. Spiel dämmert so langsam auf. Bei L. wurden gestern abend wieder allerlei Neuigkeiten erzählt. Auf der G. D. K. macht man Versuche mit ei- nem neuen Sprengstoff, zu dessen Herstellung flüssige Luft in Verbindung mit Torf ver- wandt  wird. Ein Lehrer soll der Erfinder

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Radtke | Paul Tagebücher 5

Item 45

Transcription: – 86 – müssen, gestorben. Vor 31 Jahren war er beim 56. Inf.-Reg, in Wesel mein Unteroffizier ge- wesen. Bei meinen Übungen in Cleve fand ich ihn als Feldwebel wieder. In Hamb. erneu- erten wir d. alte Bekanntschaft, Jetzt ist er schon tot, viel zu früh für seine Familie. Das milde Wetter zog mich nachm. nach G. hinaus. Der Rheih war sehr gefallen. Enten sah ich genug. Aber alle für d. Schrote unerreich- bar. Treff zeigte sich als tadellosen Verloren- apporteur. Er suchte u. brachte auf Befehl mei- nen Krückstock, den ich in d. Weiden verloren hatte u. fand auch einen Hasen, den ich ver- mutlich am letzten Jagdtag angekratzt hatte. Schuster R. wollte d. Braten, der noch sehr frisch war, in d. Topf stecken. Wohl bekomms ihm! Er ist eine ehrliche Haut. Aber sein gelber Ka- ter ist ein Räuber. Wer weiß, wie viel gerissenes Wild der schon auf d. Gewissen hat. Bis jetzt gelangs mir nicht, ihn draußen zu erwischen. Und in d. Nähe d. Häuser fühlt d. Hallunke sich völlig sicher. Er scheint zu wissen, daß ich ihn da in Ruhe lasse. Vielleicht sprechen wir aber doch noch einmal ein warmes Wort miteinander.                                   – 87 –                 Sonntag, 6. Februar. Mit Herwegs waren wir gestern nachm. In Walsum am Rhein. Bei H. tranken wir einen vorzügl. Kaffee, und o Wonne! Milch gabs dazu, ein ganzes Kännchen d schönsten Milch. Unsere Milchfrau, die uns bisher noch gut mit dem notwendigen Labsal ver- sorgt hat, hat uns heute im Stich gelassen. Wir werden wohl jetzt nur alle paar Tage un- ser Quantum bekommen. Richtig ists. Die kinderreichen Familien gehen vor. Zu Mit- tag gabs heute einen eingeweckten Hasen- braten, zum Abendessen eingeweckte Blut- wurst. Beides schmeckte vorzüglich.             Mittwoch, 9. Februar. Bei Albert B. Ist gestern ein Kriegsjunge angekommen. Die Freude ist natürlich groß. Kein Wunder, daß er auf d. Vierzehnender, den Germ T. heute in d. Eifel zur Strecke zu bringen hofft, gern verzichtet. T. hätte mich gerne mitgenommen. Aber Zeit u. Geld fehlen mir. Franz B. hat mir d. Entenjagd in Bislich freigestellt. Sobald wir Vollmond haben, wollen wir hin. Vor 2 Jahren haben wir dort Bekassinen geschossen.

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Radtke | Paul Tagebücher 5

Item 42

Transcription: item 42    linke Seite                                 – 78 – Eine bessere Frau, wie meine Sophie, würde ich schwerlich finden. Gott gebe, daß wir noch recht lange beisammen bleiben können!           Donnerstag, 27. Januar. Zum zweiten Mal feiern wir Kaisers= geburtstag inmitten d. Schrecken d. Krieges, still, ohne äußeren Lärm, wie es S. M. Wunsch ist. Abends brachte d. Jugendwehr einen Fackelzug dar. Er fiel zieml. klaterig aus. In H. versteht man derartige Veran= staltungen wenig glänzend in Szene zu setzen. Sophie u. ich waren auch zum Rathausplatz gegangen, uns d. Zauber anzusehen. Wir gingen sehr enttäuscht nach Hause.             Freitag, 28. Januar. Aus d. Vorräten d. Stadt haben wir durch Vermittelung d. Nahrungsmittelkommission E. einige Dosen Fleischkonserven erhalten. Sie sind nicht zu teuer u. dabei tadellos. Leider ist d. Beschaffung nur mit großen Umständen verknüpft, da d. Konserven nur an Kriegerfrauen abgegeben werden sollen. Allerdings sollen gewisse Familien es verstanden haben, sich große Vorräte  rechte Seite                             – 81 – zusammenzuhamstern.               Samstag, 29. Januar. Im dichtesten Nebel fuhr ich heute Nach= mittag nach G. Der Rhein ist sehr gefallen. Vielleicht wärs möglich, an d. Enten zu kommen. Ich stand in d. ungewissen Zwie= licht am Kribbenkopf mitten im Rhein, um mich her ein wallendes Nebelmeer. Es wur= de mir ganz unheimlich. Von Enten keine Spur, trotzdem am jenseitigen Ufer meh= rere Schüsse fielen.– Mein Zug hatte eine Vorspannmaschine. Er beförderte ca. 400 Landstürmer nach Wesel. Von d. früheren Begeisterung d. Neueingezogenen war nichts mehr zu bemerken. Kein Lied, kein Lachen; lauter ernste Gesichter. Mein Schaffner erzählte mir, zwischen Düsseldorf u. Duisburg, bei Kalkem, sei ein großes Eisenbahnunglück vorgekom= men. Vormittags sei ein Eilzug In vol= ler Fahrt auf einen Lazarettzug gefah= ren. Näheres wußte er noch nicht. Das Unglück bestätigte sich abends. Es wurden ganz unheimliche Zahlen genannt. 100, ja 160 Tote sollten aus d. Trümmern d.

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Ratne bojne dopisnice - Feldpost iz Prvog svjetskog rata

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Description: Ratne bojne dopisnice (Feldpost) bile su najfunkcionalnije sredstvo komuniciranja vojnika sa porodicom tokom Prvog svjetskog rata. Većinom su bile cenzurisane i na njima se nalazio pečat vojne cenzure, regimentalni pečat i pečat vojne pošte. Na velikom broju dopisnica nalazila su se sva tri pečata, međutim, nerijetko se nalazio samo jedan ili dva. Poznato je da su vojnici bili strogo kažnjavani ukoliko su svjesno pisali bilo šta što otkriva vojne tajne. Pisati su mogli samo vojnici. Sve što bi napisali davalo bi se vojnom cenzoru da to pregleda i tek kad on odobri moglo se poslati porodici. Čitajući pisma, može se uvidjeti da su ona poprilično štura, te da su dobro pazili o svemu šta je napisano, upravo iz razloga da bi izbjegli probleme sa nadređenim. Feldpost sistem Austro-ugarske Monarhije, omogućavao je vojnicima da komuniciraju sa svojim najbližima. Sačuvane razglednice i pisma pružaju lični pogled na to kako su pojedini vojnici doživljavali sukobe. || Devet bojnih dopisnica (Feldpost)

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Dumitru Nistor prizonier de război în Japonia

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Description: Este un volum de jurnal din cele trei deţinute de Biblioteca Judeţeană Octavian Goga Cluj. || Dumitru Nistor, ţăran din satul Năsăud s-a născut în 1893. Visând din copilărie să călătorească şi să vadă ţări străine, în 1912, când vine vremea “număraşului” (recrutării) el cere să fie primit nu în miliţia ardeleană, unde erau recrutaţi de obicei românii, ci în marina austro-ungară. Terminând şcoala de marină, după o călătorie la Viena, este îmbarcat ca Geschützvormeister (“primul îndreptător de tun”) pe vasul SMS Kaiserin Elisabeth, cu destinaţia Asia. Prins de război în Marea Chinei, crucişătorul Kaiserin Elisabeth participă la câteva bătălii navale, pentru ca în 2 noiembrie 1914 să se hotărască scufundarea lui. Echipajul pierde şi lupta terestră, este luat prizonier de japonezi şi transportat în arhipelagul nipon. Timp de zece luni, ţăranul-marinar din Năsăud va fi prizonier într-o mănăstirea buddhistă din Himeji, iar apoi mutat într-un lagăr, construit special pentru prizonierii germani şi austrieci, la Aonogahara, nu departe de Kobe, unde va rămâne până la sfârşitul anului 1919.

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Potrošačka kartica prezime Škreblin

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Description: Potrošačka kartica sadrži podatke o osobama koje su se prijavljivale radi raspodjele živežnih namirnica u Zagrebu tijekom Drugog svjetskog rata. Sadrži podatke o podnosiocu prijave (ime i prezime, adresa) te osobama koje se nalaze u kućanstvu, njihova imena, godine rođenja, odnos prema podnosiocu prijave, zanimanje i mjesto rada.

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