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Radtke | Paul Tagebücher 5
Item 45
Transcription: – 86 – müssen, gestorben. Vor 31 Jahren war er beim 56. Inf.-Reg, in Wesel mein Unteroffizier ge- wesen. Bei meinen Übungen in Cleve fand ich ihn als Feldwebel wieder. In Hamb. erneu- erten wir d. alte Bekanntschaft, Jetzt ist er schon tot, viel zu früh für seine Familie. Das milde Wetter zog mich nachm. nach G. hinaus. Der Rheih war sehr gefallen. Enten sah ich genug. Aber alle für d. Schrote unerreich- bar. Treff zeigte sich als tadellosen Verloren- apporteur. Er suchte u. brachte auf Befehl mei- nen Krückstock, den ich in d. Weiden verloren hatte u. fand auch einen Hasen, den ich ver- mutlich am letzten Jagdtag angekratzt hatte. Schuster R. wollte d. Braten, der noch sehr frisch war, in d. Topf stecken. Wohl bekomms ihm! Er ist eine ehrliche Haut. Aber sein gelber Ka- ter ist ein Räuber. Wer weiß, wie viel gerissenes Wild der schon auf d. Gewissen hat. Bis jetzt gelangs mir nicht, ihn draußen zu erwischen. Und in d. Nähe d. Häuser fühlt d. Hallunke sich völlig sicher. Er scheint zu wissen, daß ich ihn da in Ruhe lasse. Vielleicht sprechen wir aber doch noch einmal ein warmes Wort miteinander. – 87 – Sonntag, 6. Februar. Mit Herwegs waren wir gestern nachm. In Walsum am Rhein. Bei H. tranken wir einen vorzügl. Kaffee, und o Wonne! Milch gabs dazu, ein ganzes Kännchen d schönsten Milch. Unsere Milchfrau, die uns bisher noch gut mit dem notwendigen Labsal ver- sorgt hat, hat uns heute im Stich gelassen. Wir werden wohl jetzt nur alle paar Tage un- ser Quantum bekommen. Richtig ists. Die kinderreichen Familien gehen vor. Zu Mit- tag gabs heute einen eingeweckten Hasen- braten, zum Abendessen eingeweckte Blut- wurst. Beides schmeckte vorzüglich. Mittwoch, 9. Februar. Bei Albert B. Ist gestern ein Kriegsjunge angekommen. Die Freude ist natürlich groß. Kein Wunder, daß er auf d. Vierzehnender, den Germ T. heute in d. Eifel zur Strecke zu bringen hofft, gern verzichtet. T. hätte mich gerne mitgenommen. Aber Zeit u. Geld fehlen mir. Franz B. hat mir d. Entenjagd in Bislich freigestellt. Sobald wir Vollmond haben, wollen wir hin. Vor 2 Jahren haben wir dort Bekassinen geschossen.
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Radtke | Paul Tagebücher 5
Item 42
Transcription: item 42 linke Seite – 78 – Eine bessere Frau, wie meine Sophie, würde ich schwerlich finden. Gott gebe, daß wir noch recht lange beisammen bleiben können! Donnerstag, 27. Januar. Zum zweiten Mal feiern wir Kaisers= geburtstag inmitten d. Schrecken d. Krieges, still, ohne äußeren Lärm, wie es S. M. Wunsch ist. Abends brachte d. Jugendwehr einen Fackelzug dar. Er fiel zieml. klaterig aus. In H. versteht man derartige Veran= staltungen wenig glänzend in Szene zu setzen. Sophie u. ich waren auch zum Rathausplatz gegangen, uns d. Zauber anzusehen. Wir gingen sehr enttäuscht nach Hause. Freitag, 28. Januar. Aus d. Vorräten d. Stadt haben wir durch Vermittelung d. Nahrungsmittelkommission E. einige Dosen Fleischkonserven erhalten. Sie sind nicht zu teuer u. dabei tadellos. Leider ist d. Beschaffung nur mit großen Umständen verknüpft, da d. Konserven nur an Kriegerfrauen abgegeben werden sollen. Allerdings sollen gewisse Familien es verstanden haben, sich große Vorräte rechte Seite – 81 – zusammenzuhamstern. Samstag, 29. Januar. Im dichtesten Nebel fuhr ich heute Nach= mittag nach G. Der Rhein ist sehr gefallen. Vielleicht wärs möglich, an d. Enten zu kommen. Ich stand in d. ungewissen Zwie= licht am Kribbenkopf mitten im Rhein, um mich her ein wallendes Nebelmeer. Es wur= de mir ganz unheimlich. Von Enten keine Spur, trotzdem am jenseitigen Ufer meh= rere Schüsse fielen.– Mein Zug hatte eine Vorspannmaschine. Er beförderte ca. 400 Landstürmer nach Wesel. Von d. früheren Begeisterung d. Neueingezogenen war nichts mehr zu bemerken. Kein Lied, kein Lachen; lauter ernste Gesichter. Mein Schaffner erzählte mir, zwischen Düsseldorf u. Duisburg, bei Kalkem, sei ein großes Eisenbahnunglück vorgekom= men. Vormittags sei ein Eilzug In vol= ler Fahrt auf einen Lazarettzug gefah= ren. Näheres wußte er noch nicht. Das Unglück bestätigte sich abends. Es wurden ganz unheimliche Zahlen genannt. 100, ja 160 Tote sollten aus d. Trümmern d.
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Radtke | Paul Tagebücher 5
Item 41
Transcription: item 41 linke Seite – 78 – gegenüber. Mit einem Kassenbestand von rund 650 M treten wir ins neue Jahr. Die Versammlung war äußerst schwach be= sucht. Das außergewöhnlich schlechte Wetter mochte wohl auch einen Teil d. Schuld tragen. Aber ich fürchte, d. Gebefreudigkeit ist sehr ab= geflaut. D. Sorgen für d. eigene Familie sind zu sehr gewachsen. – Samstag, 22. Januar. Sauerkraut mit Öl ist das neueste Kriegsgericht d. Armen. Welch sonderbares Gericht mag jetzt auf manchem Tisch er- scheinen. Alle Lebensmittel steigen an- dauernd im Preise. Seitdem d. Höchstprei= se für ausländ. Schweine aufgehoben sind, verkaufen unsere Metzger nur noch ausländ. Schweinefleisch, das Pfund zu 2,40 M! Von Straelen wird berichtet, daß d. „reiling“ im Jahre 1915 einen Umsatz von ¾ Million M ergeben hat. „Trotz des Krieges“, schreibt d. Berichterstatter. Ich meine gerade infol= ge des Krieges. Denn d. hohen Preise für Gemüse u.s.w. können doch unmöglich in Friedenszeiten bestehen bleiben. Am 5. d. Mts. ist d. Gemeindejagd in Straelen neu rechte Seite – 79 – verpachtet worden. Ergebnis über 4000 M Jagdpacht mehr, wie früher. Und dabei muß nach den Bedingungen auch noch Wildschaden für Hasen-u. Karnickelfraß bezahlt wer- den. Da kann mancher Bieter Freude an seiner Jagd erleben! Montag, 24. Januar. Aus Hamborn sind 23000 Männer zur Fahne einberufen. Die Armenlasten d. Stadt haben sich infolgedessen sehr vermehrt. Sie betrugen im Vorjahr 458357 M. Sie betragen 4,11 M auf d. Kopf d. Bevölkerung gegen 2,69 M im Jahre 1913. – Im Jahre 1915 wurden auf d. hiesig. Standesamte 3763 Geburten angemeldet gegen 5338 im Jahre 1914. Der Geburtenrückgang beträgt also nicht weniger als 1690! 200 Kriegstrau= ungen haben stattgefunden. Dienstag, 25. Januar. Pauli Bekehrung! Mein Hochzeitstag! 18 Jahre sind wir nun schon verheiratet. Die Sonne schien vor 18 Jahren so prächtig wie heute. Eine gute Vorbedeutung für die Zukunft. Und wahrlich, ich kann sagen, in der Ehe das große Loos gezogen zu haben.
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Radtke | Paul Tagebücher 5
Item 40
Transcription: item 40 linke Seite – 76 – Dienstag, 18. Januar. Zwecks Aufnahme d. Kartoffelbestände fand heute eine Zählung d. Vorräte statt. Alle Vorräte über 20 Pfund waren anzeige= pflichtig. In 83 Haushaltungen mit 355 Per= sonen waren rund 330 Zentner Kartof- feln zu finden. Nach d. allgemeinen Klagen über d. Kartoffelmangel, hätte ich nicht er= wartet, einen so großen Bestand aufneh= men zu können. Und doch soll der Mangel recht fühlbar sein. Ein Kartoffelhändler er= klärte mir, daß es ihm unmöglich sei, die von ihm im Kreise Geldern gekauften Kartoffeln geliefert zu erhalten, da d. Landrat die Aus= fuhr verboten habe. – So sind seit Festsetzung b. Höchstpreise d. Zufuhren immer knapper ge= worden. Für Gemüse sind d. Höchstpreise auf= gehoben worden, und jetzt ist auf d. Markte Ge= müse in Hülle zu finden, während wir bis= her empfindlichen Mangel hatten. Allerdings kostet ein Wirsing jetzt 50 Pfg., ein Rotkohl bis 80 Pfg., ein Pfund Grünkohl gar 15 Pfg. Das sind recht gesalzene Preise. Und d. Preise für andere Lebensmittel steigen ebenso. 1l Milch kostet jetzt 30 Pfg., 1 Ei auch 30 Pfg. – 77 – Das Rindfleisch wird immer teurer, kostet schon 1,70 M für d. Pfund. Dabei heißts, daß d. Fleisch noch knapper u. teurer werden soll. Unsere Frauen sind in nicht gerin- gen Sorgen. Wie u. womit manche Mutter ihre große Schar von Essern sättigt, ist mir oft ein Rätsel. Donnerstag, 20. Januar. Kollege Neumann von unserer Schule hat sich an eine deutsche Schule nach Kon- stantinopel gemeldet u. hat d. besten Aus- sichten dorthin zu kommen. Ein junger Kollege aus Marxloh ist schon dort. In mei- nen jungen Jahren träumte ich auch oft von einer Tätigkeit im Ausland. Leider waren d. Aussichten damals nicht so günstig wie heute. Ob unsere jungen Lehrer aller- dings das Glück, das sie draußen suchen, auch finden, ist zweifelhaft. Mancher mag froh sein, wenn ihn d. Heimat mit war- men Armen wieder aufnimmt. – Um 8 Uhr abends war heute eine Lehrerver- sammlung im Ratskellersaal anberaumt. Ich erstattete d. Kassenbericht. 7408,00 M Einnahmen stehen bisher 6757,00 M Ausgaben
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Ratne bojne dopisnice - Feldpost iz Prvog svjetskog rata
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Description: Ratne bojne dopisnice (Feldpost) bile su najfunkcionalnije sredstvo komuniciranja vojnika sa porodicom tokom Prvog svjetskog rata. Većinom su bile cenzurisane i na njima se nalazio pečat vojne cenzure, regimentalni pečat i pečat vojne pošte. Na velikom broju dopisnica nalazila su se sva tri pečata, međutim, nerijetko se nalazio samo jedan ili dva. Poznato je da su vojnici bili strogo kažnjavani ukoliko su svjesno pisali bilo šta što otkriva vojne tajne. Pisati su mogli samo vojnici. Sve što bi napisali davalo bi se vojnom cenzoru da to pregleda i tek kad on odobri moglo se poslati porodici. Čitajući pisma, može se uvidjeti da su ona poprilično štura, te da su dobro pazili o svemu šta je napisano, upravo iz razloga da bi izbjegli probleme sa nadređenim. Feldpost sistem Austro-ugarske Monarhije, omogućavao je vojnicima da komuniciraju sa svojim najbližima. Sačuvane razglednice i pisma pružaju lični pogled na to kako su pojedini vojnici doživljavali sukobe. || Devet bojnih dopisnica (Feldpost)
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Dumitru Nistor prizonier de război în Japonia
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Description: Este un volum de jurnal din cele trei deţinute de Biblioteca Judeţeană Octavian Goga Cluj. || Dumitru Nistor, ţăran din satul Năsăud s-a născut în 1893. Visând din copilărie să călătorească şi să vadă ţări străine, în 1912, când vine vremea “număraşului” (recrutării) el cere să fie primit nu în miliţia ardeleană, unde erau recrutaţi de obicei românii, ci în marina austro-ungară. Terminând şcoala de marină, după o călătorie la Viena, este îmbarcat ca Geschützvormeister (“primul îndreptător de tun”) pe vasul SMS Kaiserin Elisabeth, cu destinaţia Asia. Prins de război în Marea Chinei, crucişătorul Kaiserin Elisabeth participă la câteva bătălii navale, pentru ca în 2 noiembrie 1914 să se hotărască scufundarea lui. Echipajul pierde şi lupta terestră, este luat prizonier de japonezi şi transportat în arhipelagul nipon. Timp de zece luni, ţăranul-marinar din Năsăud va fi prizonier într-o mănăstirea buddhistă din Himeji, iar apoi mutat într-un lagăr, construit special pentru prizonierii germani şi austrieci, la Aonogahara, nu departe de Kobe, unde va rămâne până la sfârşitul anului 1919.
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Potrošačka kartica prezime Škreblin
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Description: Potrošačka kartica sadrži podatke o osobama koje su se prijavljivale radi raspodjele živežnih namirnica u Zagrebu tijekom Drugog svjetskog rata. Sadrži podatke o podnosiocu prijave (ime i prezime, adresa) te osobama koje se nalaze u kućanstvu, njihova imena, godine rođenja, odnos prema podnosiocu prijave, zanimanje i mjesto rada.
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