Transcriptions (63,512 Items)
0% NOT STARTED
100% EDIT
0% REVIEW
0% COMPLETED
Radtke | Paul Tagebücher 6
Item 27
Transcription: - 50 - Ferienwanderungen, Spiele, Überwachung d. Straßen, Sammeln von Brennesseln u. Obstkernen u.s.w. Jeder Sonntag ist mit einem Ausflug d. Schüler d. Fortbildungs- schule besetzt. Da kann man kaum Zeit für die eigene Erholung finden. Und die haben wir auch bitter nötig. Die Nerven melden sich wieder. Freitag, 4. Aug. Schulschluß! Für etwas weniger als 6 Wochen. Schön ists doch. Freilich auf ei- ne Ferienreise müssen wir verzich- ten. Vor 2 Jahren zerbrach man sich den Kopf: "Wohin reisen? Nach Lugano od. den dänischen Inseln?" Heute muß man froh sein, das nötige Geld für d. teuren Bedürfnisse des Haus- halts zusammenzuhaben. Eier kosten jetzt 0,36 M d. Stück. Für Kartoffeln be- zahlten wir bis vor kurzem 12 Pfg., jetzt 9 Pfg. für d. Pfund. Dabei erstik- ken wir im Rheinland in Frühkar- toffeln, sodaß sie waggonweise ver- derben. Ins Schwelgerner Bruch hat man sie schütten müssen. Aber die - 57 - Reichs-Kartoffelstelle hat verfügt, daß d. Rheinprovinz aus Sachsen zu versorgen ist. Ob sie von dort verhitzt u. halb faul hier ankommen, ist de- nen vom grünen Tisch gleichgültig. So ists verfügt. Damit basta! Die Städte erleiden natürlich großen Schaden. Bonn hat 70000 M verloren. Ein hiesiger Groß- händler 80000 M. Wieviel unsere Stadt zugebuttert hat, ist unbekannt. Freitag, 11. Aug. Wie zu erwarten war ist dem Überfluß an Kartoffeln empfindlicher Mangel ge- folgt. 2500 Frauen bestürmten vorgestern das Rathaus um Kartoffeln. Dienstag mor- gen waren auf d. Wochenmarkt nur wenige Zentner angefahren, die sofort vergriffen waren. Weinende u. schimpfende Frauen überall. Gestern gabs mit Ach u. Krach ein Pfund für d. Kopf. Das mußte aber erst nach stundenlangem Stehen erobert werden. Seit Beginn d. Ferien haben wir andau- ernd d. herrlichste Erntewetter. Allerdings ist durch d. plötzlich einsetzende Hitze das ge- samte Getreide zugleich reif geworden. Man
0% NOT STARTED
100% EDIT
0% REVIEW
0% COMPLETED
Radtke | Paul Tagebücher 6
Item 28
Transcription: - 52 - sieht d. Landleute mit d. Schnitt d. Roggens, Weizens, Hafers u. teilw. auch d. Gerste beschäftigt. Da mangelts natürlich an helfenden Armen. Unsere 5-6oo aufs Land zur Erholung geschickten Schulkinder kön- nen auch nicht viel helfen. - Mit Krapohl & Neuhaus war ich vorgestern in Görsicker. Sie wollten nach längeren Unterhandlun- gen mit d. Löhner Bauern unsere Nachbar- parzelle übernehmen. Aber es gab eine schwere Enttäuschung. Statt d. ganzen Par- zelle boten sie ihnen nur 150 Morgen zur Begradigung d. Grenze an u. zu einem 3 x so hohen Preis, als sie selbst bezahlt hatten. So wollten d. Baurnjäger ein gutes Geschäft machen. Für mich wars auch eine Enttäuschung, denn ich sollte mei- ne alte Löhner Parzelle, die ich 6 Jahre bejagt habe, erhalten. Das wäre für un- sere Jagd u. d. Jagdbetrieb von großem Vorteil gewesen. Enten gabs nicht im "Wardt". Aber Karnickel haben sich da angesiedelt. B. hat einen Fischreiher ge- schossen, ihn aber, da er in d. Rhein fiel, nicht ans Ufer lotsen können. Schade - 53 - um d. schönen Vogel. Dienstag, 15. Aug. Unsere Ferienreise haben wir hinter uns. Gestern und vorgestern waren wir in Straelen. Natürlich zu Einkaufszwecken. Meinen alten Freund H. aus Holt u. Hans Driefs hatte ich vorher benachrichtigt. Ich traf sie schon am frühen Morgen bei Alph. Mit Torn hatte ich natürlich in Lingsf. eine Zu- sammenkunft. Seitdem seit dem 1. d. Mts. d. Paßvorschriften bedeutend verschärft worden sind, hält es schwer, bis zur Grenze zu kommen. D. Postenkette, d. teilweise 3 km vor d. Grenze steht, darf ohne Passier- schein nicht überschritten werden. So bat ich denn d. Grenzkommandanten Hauptm. R. um einen Schein zum Besuch d. Lingsfort, der mir u. Sophie bereitweillig, nachdem ich mich legitiemiert hatte, ausgestellt wurde. Bei d. Rückkehr mußte er auf d. Grenzwache abgegeben werden. Übrigens wäre es nicht gar zu schwierig gewesen, d. Grenze zu überschreiten. D. Postenführer war ganz geneigt, mich durchzulassen. Doch wollte ich die schwere Verantwortung nicht
0% NOT STARTED
100% EDIT
0% REVIEW
0% COMPLETED
Radtke | Paul Tagebücher 6
Item 29
Transcription: – 54 – auf mich nehmen, ihm, wenns mal schief gegangen wäre, zu 3 Wochen Arrest ver- holfen zu haben. Die Nahrungsmittelkon- trole ist in Holland augenblicklich derart streng, daß ein Schmuggeler zur Zeit kaum zu denken ist. Nicht nur im Grenzbezirk, auch jenseit d. Maas. Die Fähren sind mit vereideten Kontroleuren besetzt. Schmuggel wird mit Zuchthaus bestraft. Fleisch ist knapp u. teuer. Für Schinken sind bis 8 M bezahlt worden. Für d. Pfund Schweinefleisch (ganze Schweine) wurden Torn 3 M geboten. An Gemüse ist Überfluß, so daß es in Mengen verdirbt. Stangenbohnen kosten in Venlo 2-2 ½ Gulden für 100 Pfund. Auf d. veiling in Straelen wurden gestern 23 M bezahlt – Zu Sophies großer Befrie- digung gelang es uns, in 2 Molkereien 5 Pfund Butter zu erlangen. Von einem holländ. Schmuggler kaufte ich 10 Pfund Seife zu 20 M. Andere gute Sachen sind sehr teuer. Weizenmehl 1,60 M; Reis ebensoviel. Als Neuigkeit erfuhr ich, daß Fritz Kl. bei dem Versuch, russische Kriegsgefangene über d. Grenze zu schmuggeln, verhaftet – 55 – worden sei. Ich hatte d. Sache in d. Zeitung gelesen, aber nicht im entferntesten an Kl. gedacht. So ein gemeiner Kerl! – Mit Apoth. H. u. Frau aus Beeck traten wir gestern Abend gemeinschaftlich die Rückreise an. Kurz vorher war ein hef- tiges Gewitter niedergegangen. Hier hatte es nur wenig geregnet. Sehr müde waren wir nach ½12 Uhr wieder daheim. Treff hatte sich brav aufgeführt. Alles war beim alten. Freitag, 17. August. Ich war gestern morgen um 619 schon wieder unterwegs. Nach Capellen zur Entenjagd. Ich war mit großen Hoff- nungen hingefahren. Waren doch schon an einem Jagdtage von 5 Schützen 38 Langhälse erbeutet worden. Aber welche Enttäuschung! Nicht eine Feder war trotz eifrigster Suche zu finden. Treff machte seine Sache großartig. Es war wirklich schade, daß seine Wasserarbeit so schlecht belohnt wurde. Mit einem Bock gings uns auch daneben. Und die Fischkörbe, die uns für den schlechten Ausfall d. Jagd entschuldigen sollten,
0% NOT STARTED
0% EDIT
100% REVIEW
0% COMPLETED
Diary 8: May - December 1940
Item 107
Transcription: P1/8 (15) Dear Sean: I have thought of you constantly since the news of Avenol's resignation came last night and wished terribly that we might have a chance to gossip together. I knew, of course, what this means to you. I remember clearly a talk we had on one of those now so distant days before I left, and I can see that all the issues we then mentioned have now precipitated themselves. It is a tough situation which to my mind has two aspects: first, I know you deeply you hoped against it and that it is not, therefore, of your seeking; second, I have absolute confidence you will find the way to meet it. One cannot, of course, know all the details from this distance. Nevertheless, from what I can imagine and what Hambro guesses, I can appreciate what a difficult situation Avenol found himself in and how almost inevitable, given all the circumstances, was his action. I appreciate from my conversations with him on the Woeffler letter early in the war that he was not anxious to stay but would have been glad to find an honorable way out . . that he stayed on, in part, from a sense of duty . . but that now, from his viewpoint, the situation was very different . . . . However that may be, it leaves the problem with you. This a tough one, indeed, in these days, for the League is so much bigger then any of us that our own personal feelings must, in large measure, be subordinated. It would be very presumptuous, I feel, for me to attempt to express an opinion, far less, give a counsel,ut this distance, but I do want to say, first, that I have the fullest confidence that you will come out to whatever the right decision may on the spot prove to be, and, second, that you have my fullest loyalty and support, for whatever little they may be worth. My deepest regret is that I cannot be with you, and perhaps help you, in this difficult moment. But you can be sure I'm inmensely with you in spirit . . . I've just written an enormous letter to Loveday on this beautiful, but hot, Sunday, when the family is all down swimming. Would you let me enclose a carbon, first, because it would break my back to do it again, and, second, because I'm never sure if these letters actually arrive? It gives all the news fully and will, I hope, be cheering to you, as it surely is to Hambro, myself, and a multitude of friends here. I also enclose a series of clippings about this matter and Avenol's resignation. These are the only copies I have, here in the country at the moment, so that perhaps you might show them to Loveday? I hesitated about sending them directly to Avenol, but, first, I do not know if he will be in Geneva when this arrives, or perhaps left for the Supervisory, and, second, it might be better for you to decide if you felt it best for them to go on to him, with or without mention of my having sent them over. It's an odd thing; many of our people have been calling the League "dead" but it always seems to be breaking into the news. The bigger situation is developing ever more sharply: two-ocean navy, 36,000 planes, strong possibility of conscription, Pan-American trusteeship embargo on petroleum and iron, deeper and deeper alarm, greater and greater realization of the impossibility of isolation.Sluggish Presidential campaign, absorption in foreign news, undercurrent shift of psychology. Wife & 3 children at seashore, Adelaide in California still, here for Sunday off tomorrow for Boston, then New York end Washington. BEST LUCK A.S. July 27, 1940 AIR MAIL
Story Metadata (32,433 Stories)
9 Items
100% NOT STARTED
0% EDIT
0% REVIEW
0% COMPLETED
Schreiben von Emilie Göler an die Großherzogin Luise; Eltern holten ihre Kinder ab; Hoffnung darauf | den Schulbetrieb im Januar wieder aufzunehmen
9 Items
Description: Hierarchie: Großherzogliches Familienarchiv (Eigentum des Hauses Baden) und Markgräfliches/Großherzogliches Familienarchiv: Nachträge >> Einzelne Angehörige des Hauses Baden >> [13 A] Luise Großherzogin von Baden (1838-1923) >> Familie, Hof, Regierung >> Erziehung, Schulen >> Victoria-Schule und -Pensionat >> Berichtserien >> Emilie Göler von Ravensburg [?-?, Oberin des Viktoria-Pensionats Karlsruhe und der Filiale Baden-Baden 1917-1920/1923]
6 Items
100% NOT STARTED
0% EDIT
0% REVIEW
0% COMPLETED
Schreiben von Emilie Göler von Ravensburg an Großherzogin Luise; Bericht über eine gelungene Feier am 12.11. und die bevorstehende Adventszeit
6 Items
Description: Hierarchie: Großherzogliches Familienarchiv (Eigentum des Hauses Baden) und Markgräfliches/Großherzogliches Familienarchiv: Nachträge >> Einzelne Angehörige des Hauses Baden >> [13 A] Luise Großherzogin von Baden (1838-1923) >> Familie, Hof, Regierung >> Erziehung, Schulen >> Victoria-Schule und -Pensionat >> Berichtserien >> Emilie Göler von Ravensburg [?-?, Oberin des Viktoria-Pensionats Karlsruhe und der Filiale Baden-Baden 1917-1920/1923]
3 Items
100% NOT STARTED
0% EDIT
0% REVIEW
0% COMPLETED
Schreiben von Emilie Göler von Ravensburg an Großherzogin Luise; Anzahl der Kinder in der Pension
3 Items
Description: Hierarchie: Großherzogliches Familienarchiv (Eigentum des Hauses Baden) und Markgräfliches/Großherzogliches Familienarchiv: Nachträge >> Einzelne Angehörige des Hauses Baden >> [13 A] Luise Großherzogin von Baden (1838-1923) >> Familie, Hof, Regierung >> Erziehung, Schulen >> Victoria-Schule und -Pensionat >> Berichtserien >> Emilie Göler von Ravensburg [?-?, Oberin des Viktoria-Pensionats Karlsruhe und der Filiale Baden-Baden 1917-1920/1923]
7 Items
100% NOT STARTED
0% EDIT
0% REVIEW
0% COMPLETED
Schreiben von Emilie Göler von Ravensburg an Großherzogin Luise; Die Notwendigkeit einer Einrichtung wie das Viktoria-Pensionat in der aktuellen Zeit
7 Items
Description: Hierarchie: Großherzogliches Familienarchiv (Eigentum des Hauses Baden) und Markgräfliches/Großherzogliches Familienarchiv: Nachträge >> Einzelne Angehörige des Hauses Baden >> [13 A] Luise Großherzogin von Baden (1838-1923) >> Familie, Hof, Regierung >> Erziehung, Schulen >> Victoria-Schule und -Pensionat >> Berichtserien >> Emilie Göler von Ravensburg [?-?, Oberin des Viktoria-Pensionats Karlsruhe und der Filiale Baden-Baden 1917-1920/1923]
Enrichments (403,223 Items)
0% NOT STARTED
100% EDIT
0% REVIEW
0% COMPLETED
0% NOT STARTED
100% EDIT
0% REVIEW
0% COMPLETED
50% NOT STARTED
50% EDIT
0% REVIEW
0% COMPLETED
0% NOT STARTED
0% EDIT
100% REVIEW
0% COMPLETED
Previous
OF
100,806
Next