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Radtke | Paul Tagebücher 6
Item 38
Transcription: – 72 – Das Pfund Bohnen kostete hier 40 Pfg., in Strae- len 38 Pfg. Freund E-r hat aus seinem Land- wirtschaftsbetrieb junge Hähnchen, eine Ente, etwas Fleisch u. schönes Gemüse geliefert. So- phie schwamm in Wonne aber auch in Arbeit. Unsere Nachbarinnen traten uns ein Stück ihres Speckvorrats ab. Wir können, wenn wir noch mit Kartoffeln versorgt sind, dem Winter mit Ruhe entgegensehen. Kohlen sind auch da. Und auch für Treff hat E. bestens gesorgt. Er hat Kartoffelflocken u. Erbsmehl gesandt. Von Tantes Fleischmehl ist noch eine Menge da. Wir werden ihn schon durchfüttern. Eine Sorge ist nur, alle Schätze vor Dieben u. Neugierigen zu schützen. Keller-u. Nahrungs- mitteldiebstähle sind an der Tagesordnung. Es wäre zu schade, wenn unsere schönen Sachen in einem Spitzbubenmagen ver- schwinden würden. Montag, 18. Septb. Mit einem Mal ists Herbst geworden. Seit Freitag ists empfindlich kühl. Regenschauer melden den Herbst an. Samstag nachmittag hellte es sich etwas auf. Also mit Treff nach G. Hassel kam mit, blieb aber in G. Er litt – 73 – bös am „pötjen“ u. beschränkte sich darauf, Pflau- men einzukaufen. Zu seinem Glück. Denn seit vorgestern sind Pflaumen u. Äpfel beschlag- nahmt, um d. Heeres-u. Volksversorgung sicher zu stellen. Trotz d. Höchstpreise von 0,10 M wur- den von d. Bauern 0,20 M für d. Pfund gefordert u. v. d. Käufern glatt bezahlt. Ich schoß 4 Hühner. Krapohl & Neuhaus, die seit 8 Uhr in ihrem gro- ßen Revier gejagt hatten, hatten zusammen auch nur 4 Hühner erlegt. – Abends war Jo- seph Bojert unerwartet aus Walm herüber- gekommen. Das „Rosenknöpfchen“ von Rees war auch da. Wir verlebten bei B. einen gemütlichen Abend. – Mackensen‘s Sieg in d. Dobrutscha brachte uns heute einen schul- freien Tag. Leider regnete es den ganzen Tag Bindfaden. Er konnte daher nicht aus- genutzt werden. Es war so kalt, daß wir d. Gasofen anzünden mußten. Kluge Leute prophezeien einen frühen u. strengen Winter. Donnerstag, 21. Septb. „Wie nennt man 1000 Millionen?“ fragte ich heute meine Jungen. „Kriegsanleihe!“ bekam ich von einem Pfiffikus zur Antwort.
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Kriegserlebnisse von Helmuth Schellenberg an der Westfront (nach Tagebuch erstellt)
Item 27
Transcription: item 27 - 21 - lich: "A bire" und kriegts auch. Vorn knattern die schnellen Deutschen und die langsamen französischen Maschinengewehre, gelegentlich hört mans blasen:"Das Ganze Halt", ein Zeichen dafür, dass die Deutschen aufeinander schiessen, wie das im Wald leider öfters vorkommt. Auch wir kriegen einige Schüsse, wohl von Zurückgebliebenen einer andern Kompagnie, wie wir von Wald zu Wald durch ein Wiesentälchen springen, einige be- haupteten, unser Maschinengewehr, das man deutlich hörte, hät- te auf uns geschossen, was ganz sicher falsch war, denn wir waren alle Unverwundet, ich habe auch nichts pfeifen hören. Die Franzosen waren immer schneller ausgerissen. Wir kamen über eine Höhe vor ein Dorf. Ich kam mit meiner Beilpicke zu Ehren und vor, um eininge Zäune umzuhauen. Der datzu nötige Aufenthalt wurde dadurch verlängert, dass vom Major angefan- gen alles in den Grasgärten von den zahllosen Mirabellen aß, ich hatte dazu glücklich im Wald in einem Tornister noch ei- nige Franzosenbiskuitts erwischt. Jm Dorf (St.Barbe) ging es wieder ans Durchsuchen der Häuser, jede Kompagnie einen Orts- teil. Ich laufe getrost überall herum, da ich nicht glaube, dass was zu finden ist, immerhin macht das Gleichgewicht Schwierigkeiten, wenn man mit dem Tornister auf dem Buckel,dem aufgepflanztem Seitengewehr in der einen und dem Beil in der andern Hand,eine Leiter hinaufsteigt. Schließlich schaut man noch im Garten pflichtgemäss die Bohnenstöcke und ähnliches Gebüsch und weniger pflichtgemäss die Obstbäume nach,(es gab hier besonders grosse Zwetschgen und viel Mirabellen).Nach- dem die Durchsuchung fertig ist, sammelt sich ganz allmählich die Kompagnie, viele unterhalten sich in Gruppen mit den Ein- wohnern, einige kriegen Lebensmitteln geschenkt, einige kau- fen, einige nehmen sie beim Durchsuchen mit, soweit sie über- haupt vorhanden sind, mancher füllt die Feldflasche und jeder sucht sein Französisch an den Mann zu bringen, da fallen plötzlich einige Schüsse, ohne dass man sehen konnte, wo und was. Es wurde stärker und die Einwohner stürzten in ihre Häu- ser. Es hiess und wurde wenigstens geglaubt, auf dem Kirch- turm wären noch Franzosen. Ich ging auf der Strasse etwas weiter, wo man über eine Mauer durch Obstbäumen hindurch et- was vom Kirchturm sah, konnte aber nichts sehen. Die Lage wur- de unbehaglich, wir stehen in der Dorfstrasse, die Kompagnie auf einem Haufen, nach dem Ortinneren zu knallt es überall, wir sind zwar durch eine Häuserreihe gedeckt, können aber rein gar nicht erkennen, was los ist. Jetzt schiesst es schon in unsrer Strasse, es sind eigene Truppen, die auch schwerlich wissen, wohin schiessen, besonders da es allmählich dämmert. Unser Oberleutnant ist ruhig:"Niemand feuern ohne Befehl." Wir warten weiter und hören in den Dächern der äus- seren Häuserreihe Geschosse einschlagen. Der Major ist aufge- regt:"Wer hat die Kirche durchsucht?" Es stellt sich heraus, niemand (wenigstens vom Bat.) Er will zuerst die Kirche stür- men lassen, findet das aber ungenügend und wirkt den Befehl, dass Maschinengewehre und Kanonen auf das Dorf feuern sollen, alle deutschen Truppen sollen herausmarschieren. Letzteres ging nicht so schnell, da alle möglichen Truppenteile drin steck-
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Schreiben von Emilie Göler an die Großherzogin Luise; Freude über die Rückkehr der Großherzogin; Brief der alten Pensionats-Kinder in der Victoria-Pensionats-Zeitung
Item 2
Transcription: Linke Seite kommen zu dürfen mit den kleinen Gaben. Eure Königliche Hoheit sehen eben darin das Herz, das so treu schlägt und für Eure so vielgeliebte Königliche Hoheit fühlt, leidet, trägt. Und daß Eure Königl. Hoheit das so fühlen und verstehen, ist wiederum ein reinstes und hohes Glück für uns alle! Also danken wir von ganzen Herzen gerade dafür. Es bereichert unser Leben, besonders in dieser Zeit der Entbehrung dessen, ws der Glanz und Höhepunkt derselben war in unserem V.P.! Wenn Königl. Hoheit erst wieder in Baden sein werden, wird uns das hohe Rechte Seite Glück auch wieder zu teil, unsere vielgeliebte hohe Herrin wieder in unserer Mitte haben zu dürfen, so daß jene Andacht vom vorigen Sommer nicht die letzte bleiben wird! Wie wunderschön wird das sein, wenn der liebe Platz in der Kapelle nicht mehr leer sein wird, wie wir es Samstag Abend so schmerzlich empfanden! Fischer sprach so sehr warm und besorgt. Es nahmen liebe Menschen daran Teil, alte Kinder, beide Hofdamen, Herr von Roeder (auf eigenen Wunsch) Fräulein Maurer. Auch Frau Feger-Hoffmann, Frl. Feigler, die Familie Schäfer, Frau Gutmann hatte ich geladen. Sie sollten alle eine Stunde in dem Hause
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Schreiben von Emilie Göler an die Großherzogin Luise; Freude über die Rückkehr der Großherzogin; Brief der alten Pensionats-Kinder in der Victoria-Pensionats-Zeitung
Item 3
Transcription: weiten, in dem der Geist unserer geliebten Frau Großherzogin lebendig ist u. der uns an jenem Abend so fühlbar nahe war, wie ja Königliche Hoheit es in dem lieben Telegramm auch aussprachen. Auch dafür dank ich von Herzen, ganz besonders aber dank ich nochmals für Eurer teuren Königl. Hoheit ganz wunderschönen, rührenden Abschiedsbrief an die A.K., den ich der V.P. Zeitung beilegen werde. Wenn er auch nur für die wenigen Austretenden bestimmt ist, wird er doch eine herzlich willkommene Gabe von allen freudigst begrüßt werden u. sein tiefer, herrlicher Inhalt kann noch unendlichen Segen stiften, darum soll er allen A.K. zugänglich sein! Die V.P. Zeitung wird [17]
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Schreiben von Emilie Göler an die Großherzogin Luise; Eltern holten ihre Kinder ab; Hoffnung darauf | den Schulbetrieb im Januar wieder aufzunehmen
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Description: Hierarchie: Großherzogliches Familienarchiv (Eigentum des Hauses Baden) und Markgräfliches/Großherzogliches Familienarchiv: Nachträge >> Einzelne Angehörige des Hauses Baden >> [13 A] Luise Großherzogin von Baden (1838-1923) >> Familie, Hof, Regierung >> Erziehung, Schulen >> Victoria-Schule und -Pensionat >> Berichtserien >> Emilie Göler von Ravensburg [?-?, Oberin des Viktoria-Pensionats Karlsruhe und der Filiale Baden-Baden 1917-1920/1923]
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Schreiben von Emilie Göler von Ravensburg an Großherzogin Luise; Bericht über eine gelungene Feier am 12.11. und die bevorstehende Adventszeit
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Description: Hierarchie: Großherzogliches Familienarchiv (Eigentum des Hauses Baden) und Markgräfliches/Großherzogliches Familienarchiv: Nachträge >> Einzelne Angehörige des Hauses Baden >> [13 A] Luise Großherzogin von Baden (1838-1923) >> Familie, Hof, Regierung >> Erziehung, Schulen >> Victoria-Schule und -Pensionat >> Berichtserien >> Emilie Göler von Ravensburg [?-?, Oberin des Viktoria-Pensionats Karlsruhe und der Filiale Baden-Baden 1917-1920/1923]
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Schreiben von Emilie Göler von Ravensburg an Großherzogin Luise; Anzahl der Kinder in der Pension
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Description: Hierarchie: Großherzogliches Familienarchiv (Eigentum des Hauses Baden) und Markgräfliches/Großherzogliches Familienarchiv: Nachträge >> Einzelne Angehörige des Hauses Baden >> [13 A] Luise Großherzogin von Baden (1838-1923) >> Familie, Hof, Regierung >> Erziehung, Schulen >> Victoria-Schule und -Pensionat >> Berichtserien >> Emilie Göler von Ravensburg [?-?, Oberin des Viktoria-Pensionats Karlsruhe und der Filiale Baden-Baden 1917-1920/1923]
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Schreiben von Emilie Göler von Ravensburg an Großherzogin Luise; Die Notwendigkeit einer Einrichtung wie das Viktoria-Pensionat in der aktuellen Zeit
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Description: Hierarchie: Großherzogliches Familienarchiv (Eigentum des Hauses Baden) und Markgräfliches/Großherzogliches Familienarchiv: Nachträge >> Einzelne Angehörige des Hauses Baden >> [13 A] Luise Großherzogin von Baden (1838-1923) >> Familie, Hof, Regierung >> Erziehung, Schulen >> Victoria-Schule und -Pensionat >> Berichtserien >> Emilie Göler von Ravensburg [?-?, Oberin des Viktoria-Pensionats Karlsruhe und der Filiale Baden-Baden 1917-1920/1923]
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