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Kriegserlebnisse von Helmuth Schellenberg an der Westfront (nach Tagebuch erstellt)
Item 14
Transcription: item 14 aber vom Oberelsaß her, die Aviadikdoppeldecker als deutsche Flugzeuge gewöhnt,und beschossen dann im Waldlager einen Bayern, der den Franzosen ähnelte, so lebhaft, dass er nie- dergehen musste, glücklicherweise ohne grossen Schaden. Jn Arzweiler hatten wir dann sowohl auf der deutschen, wie auf der französischen Seite oft dasselbe Schauspiel: Man hörte und sah irgendwo einen Flieger, dann enstanden plötzlich in mehr oder weniger grosser Entfernung an ihm ein oder mehrere Schrapnellwölkchen, deren Knall man dann hörte. Wenn es ihm gefährlich vorkam, änderte der Flieger seine Richtung und bald kam eine neue Salve, was sich mehrmals wiederholte. Jch habe aber nie gesehen, dass einer heruntergeschossen wurde. Nachdem wir zweimal in Arzweiler über Nacht gewesen waren, kam am dritten Tag am Vormittag plötzlich die Nachricht, die Vorpostenkompanie rücke ab. Wir schlossen uns ihr an und trafen bald das Batallion, schon im Marsch, auch die Artillerie war gerade im Begriff, schöne verdeckte und verschanzte Stel- lungen zu verlassen. Bei Harmatingen im Feld wurde noch ein- mal gehalten und gegessen, hier fand auch für das Regiment ein Feldgottesdienst des kath. Divisionspfarrer statt, ein Anzeichen dafür, dass es heute losgehen würde. Bald wurde auf- gebrochen, während man vorn schon die Kanonen bummern hörte. Die Wache am westlichen Ausgang des Kanaltunnels rief uns zu, jetzt habe endlich Jtalien an Frankreich den Krieg erklärt, was ich dann einige Tage lang so halb glaubte; einige Truppen war diese Nachricht sogar vom Hauptmann aus mitgeteilt wor- den. Wir schwitzten durch einen Wald hindurch, jenseit stan- den auf dem Wege die Pferde der Artillerie; ich glaube der leichten 14er. Man schimpft, weil man auf dem Weg nebendran in den Wagenspuren im Graben und so weiter laufen muss,und schaut gleichzeitig nach Bekannten aus. Bald gab es anderes zu sehen, rechts und links waren Kanonen in Stellung und feu- erten über eine Bodenwelle weg. Gleich davor ragte der Schorn- stein einer Ziegellei; dies war der Zielpunkt der französi- schen Geschütze, die dort einschlugen. Da wir nicht unmittel- bar daran vorbeigingen, schauten wir dem wie einem Schauspiel zu; wir schauten die ersten Granatlöcher an und lernten zum ersten Mal den immer gleichen Knall des Abfeuers, von dem Geräusch der Explosion, das von dem Zerreissen der Rasen- stücke bedingt ist, unterscheiden. Vorsichtig dass wir nicht von der andern Seite gesehen werden könnten, näherten wir uns dem vor uns liegenden Dorf. Nach einigen Aufenthaltswegen der Enge des Wegs, während man noch einmal Obst von den Bäumen holte, und gegenseitig die "blonden Germanenbärte" bewunder- te, zogen wir durch. Trotzdem die Geschosse hörbar über dem Dorf hinüber und herüber saussten, waren doch einige Ein- wohner auf der Strasse, freuten sich, dass wieder so viele Deutsche da seien und brachten Wasser in Eimern. Jenseits ging es durch ein kleines Tälchen und drüben in einem Lehm- stich den Abhang hinauf bis zur jenseitigen Böschung ( die Gegend ist überall wellig, die Höhenunterschiede dort gera- de wohl nirgens grösser als 10m.) Jm Hinaufgehen waren wir ausgeschwärmt, doch hatte ich wenigstens vorher noch nichts
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Radtke | Paul Tagebücher 6
Item 27
Transcription: - 50 - Ferienwanderungen, Spiele, Überwachung d. Straßen, Sammeln von Brennesseln u. Obstkernen u.s.w. Jeder Sonntag ist mit einem Ausflug d. Schüler d. Fortbildungs- schule besetzt. Da kann man kaum Zeit für die eigene Erholung finden. Und die haben wir auch bitter nötig. Die Nerven melden sich wieder. Freitag, 4. Aug. Schulschluß! Für etwas weniger als 6 Wochen. Schön ists doch. Freilich auf ei- ne Ferienreise müssen wir verzich- ten. Vor 2 Jahren zerbrach man sich den Kopf: "Wohin reisen? Nach Lugano od. den dänischen Inseln?" Heute muß man froh sein, das nötige Geld für d. teuren Bedürfnisse des Haus- halts zusammenzuhaben. Eier kosten jetzt 0,36 M d. Stück. Für Kartoffeln be- zahlten wir bis vor kurzem 12 Pfg., jetzt 9 Pfg. für d. Pfund. Dabei erstik- ken wir im Rheinland in Frühkar- toffeln, sodaß sie waggonweise ver- derben. Ins Schwelgerner Bruch hat man sie schütten müssen. Aber die - 57 - Reichs-Kartoffelstelle hat verfügt, daß d. Rheinprovinz aus Sachsen zu versorgen ist. Ob sie von dort verhitzt u. halb faul hier ankommen, ist de- nen vom grünen Tisch gleichgültig. So ists verfügt. Damit basta! Die Städte erleiden natürlich großen Schaden. Bonn hat 70000 M verloren. Ein hiesiger Groß- händler 80000 M. Wieviel unsere Stadt zugebuttert hat, ist unbekannt. Freitag, 11. Aug. Wie zu erwarten war ist dem Überfluß an Kartoffeln empfindlicher Mangel ge- folgt. 2500 Frauen bestürmten vorgestern das Rathaus um Kartoffeln. Dienstag mor- gen waren auf d. Wochenmarkt nur wenige Zentner angefahren, die sofort vergriffen waren. Weinende u. schimpfende Frauen überall. Gestern gabs mit Ach u. Krach ein Pfund für d. Kopf. Das mußte aber erst nach stundenlangem Stehen erobert werden. Seit Beginn d. Ferien haben wir andau- ernd d. herrlichste Erntewetter. Allerdings ist durch d. plötzlich einsetzende Hitze das ge- samte Getreide zugleich reif geworden. Man
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Radtke | Paul Tagebücher 6
Item 28
Transcription: - 52 - sieht d. Landleute mit d. Schnitt d. Roggens, Weizens, Hafers u. teilw. auch d. Gerste beschäftigt. Da mangelts natürlich an helfenden Armen. Unsere 5-6oo aufs Land zur Erholung geschickten Schulkinder kön- nen auch nicht viel helfen. - Mit Krapohl & Neuhaus war ich vorgestern in Görsicker. Sie wollten nach längeren Unterhandlun- gen mit d. Löhner Bauern unsere Nachbar- parzelle übernehmen. Aber es gab eine schwere Enttäuschung. Statt d. ganzen Par- zelle boten sie ihnen nur 150 Morgen zur Begradigung d. Grenze an u. zu einem 3 x so hohen Preis, als sie selbst bezahlt hatten. So wollten d. Baurnjäger ein gutes Geschäft machen. Für mich wars auch eine Enttäuschung, denn ich sollte mei- ne alte Löhner Parzelle, die ich 6 Jahre bejagt habe, erhalten. Das wäre für un- sere Jagd u. d. Jagdbetrieb von großem Vorteil gewesen. Enten gabs nicht im "Wardt". Aber Karnickel haben sich da angesiedelt. B. hat einen Fischreiher ge- schossen, ihn aber, da er in d. Rhein fiel, nicht ans Ufer lotsen können. Schade - 53 - um d. schönen Vogel. Dienstag, 15. Aug. Unsere Ferienreise haben wir hinter uns. Gestern und vorgestern waren wir in Straelen. Natürlich zu Einkaufszwecken. Meinen alten Freund H. aus Holt u. Hans Driefs hatte ich vorher benachrichtigt. Ich traf sie schon am frühen Morgen bei Alph. Mit Torn hatte ich natürlich in Lingsf. eine Zu- sammenkunft. Seitdem seit dem 1. d. Mts. d. Paßvorschriften bedeutend verschärft worden sind, hält es schwer, bis zur Grenze zu kommen. D. Postenkette, d. teilweise 3 km vor d. Grenze steht, darf ohne Passier- schein nicht überschritten werden. So bat ich denn d. Grenzkommandanten Hauptm. R. um einen Schein zum Besuch d. Lingsfort, der mir u. Sophie bereitweillig, nachdem ich mich legitiemiert hatte, ausgestellt wurde. Bei d. Rückkehr mußte er auf d. Grenzwache abgegeben werden. Übrigens wäre es nicht gar zu schwierig gewesen, d. Grenze zu überschreiten. D. Postenführer war ganz geneigt, mich durchzulassen. Doch wollte ich die schwere Verantwortung nicht
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Radtke | Paul Tagebücher 6
Item 29
Transcription: – 54 – auf mich nehmen, ihm, wenns mal schief gegangen wäre, zu 3 Wochen Arrest ver- holfen zu haben. Die Nahrungsmittelkon- trole ist in Holland augenblicklich derart streng, daß ein Schmuggeler zur Zeit kaum zu denken ist. Nicht nur im Grenzbezirk, auch jenseit d. Maas. Die Fähren sind mit vereideten Kontroleuren besetzt. Schmuggel wird mit Zuchthaus bestraft. Fleisch ist knapp u. teuer. Für Schinken sind bis 8 M bezahlt worden. Für d. Pfund Schweinefleisch (ganze Schweine) wurden Torn 3 M geboten. An Gemüse ist Überfluß, so daß es in Mengen verdirbt. Stangenbohnen kosten in Venlo 2-2 ½ Gulden für 100 Pfund. Auf d. veiling in Straelen wurden gestern 23 M bezahlt – Zu Sophies großer Befrie- digung gelang es uns, in 2 Molkereien 5 Pfund Butter zu erlangen. Von einem holländ. Schmuggler kaufte ich 10 Pfund Seife zu 20 M. Andere gute Sachen sind sehr teuer. Weizenmehl 1,60 M; Reis ebensoviel. Als Neuigkeit erfuhr ich, daß Fritz Kl. bei dem Versuch, russische Kriegsgefangene über d. Grenze zu schmuggeln, verhaftet – 55 – worden sei. Ich hatte d. Sache in d. Zeitung gelesen, aber nicht im entferntesten an Kl. gedacht. So ein gemeiner Kerl! – Mit Apoth. H. u. Frau aus Beeck traten wir gestern Abend gemeinschaftlich die Rückreise an. Kurz vorher war ein hef- tiges Gewitter niedergegangen. Hier hatte es nur wenig geregnet. Sehr müde waren wir nach ½12 Uhr wieder daheim. Treff hatte sich brav aufgeführt. Alles war beim alten. Freitag, 17. August. Ich war gestern morgen um 619 schon wieder unterwegs. Nach Capellen zur Entenjagd. Ich war mit großen Hoff- nungen hingefahren. Waren doch schon an einem Jagdtage von 5 Schützen 38 Langhälse erbeutet worden. Aber welche Enttäuschung! Nicht eine Feder war trotz eifrigster Suche zu finden. Treff machte seine Sache großartig. Es war wirklich schade, daß seine Wasserarbeit so schlecht belohnt wurde. Mit einem Bock gings uns auch daneben. Und die Fischkörbe, die uns für den schlechten Ausfall d. Jagd entschuldigen sollten,
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Schreiben von Emilie Göler an die Großherzogin Luise; Eltern holten ihre Kinder ab; Hoffnung darauf | den Schulbetrieb im Januar wieder aufzunehmen
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Description: Hierarchie: Großherzogliches Familienarchiv (Eigentum des Hauses Baden) und Markgräfliches/Großherzogliches Familienarchiv: Nachträge >> Einzelne Angehörige des Hauses Baden >> [13 A] Luise Großherzogin von Baden (1838-1923) >> Familie, Hof, Regierung >> Erziehung, Schulen >> Victoria-Schule und -Pensionat >> Berichtserien >> Emilie Göler von Ravensburg [?-?, Oberin des Viktoria-Pensionats Karlsruhe und der Filiale Baden-Baden 1917-1920/1923]
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Schreiben von Emilie Göler von Ravensburg an Großherzogin Luise; Bericht über eine gelungene Feier am 12.11. und die bevorstehende Adventszeit
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Description: Hierarchie: Großherzogliches Familienarchiv (Eigentum des Hauses Baden) und Markgräfliches/Großherzogliches Familienarchiv: Nachträge >> Einzelne Angehörige des Hauses Baden >> [13 A] Luise Großherzogin von Baden (1838-1923) >> Familie, Hof, Regierung >> Erziehung, Schulen >> Victoria-Schule und -Pensionat >> Berichtserien >> Emilie Göler von Ravensburg [?-?, Oberin des Viktoria-Pensionats Karlsruhe und der Filiale Baden-Baden 1917-1920/1923]
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Schreiben von Emilie Göler von Ravensburg an Großherzogin Luise; Anzahl der Kinder in der Pension
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Schreiben von Emilie Göler von Ravensburg an Großherzogin Luise; Die Notwendigkeit einer Einrichtung wie das Viktoria-Pensionat in der aktuellen Zeit
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Description: Hierarchie: Großherzogliches Familienarchiv (Eigentum des Hauses Baden) und Markgräfliches/Großherzogliches Familienarchiv: Nachträge >> Einzelne Angehörige des Hauses Baden >> [13 A] Luise Großherzogin von Baden (1838-1923) >> Familie, Hof, Regierung >> Erziehung, Schulen >> Victoria-Schule und -Pensionat >> Berichtserien >> Emilie Göler von Ravensburg [?-?, Oberin des Viktoria-Pensionats Karlsruhe und der Filiale Baden-Baden 1917-1920/1923]
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